14.09.2012 13:38

Akquisitionen

Dürr geht auf Einkaufstour

Der Industrieausrüster spürt nichts von der Schuldenkrise. Die Aktionäre können sogar auf einen Dividendensprung hoffen.

Ralf Dieter CEO Dürr
© Dürr

Dürr-CEO Ralf Dieter: "Auch wir beobachten die Staatsschuldenkrise, ihr wird aber manchmal zu viel Beachtung geschenkt."

Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr geht mit prall gefüllter Kasse weiter auf Einkaufstour. "Im Kerngeschäft planen wir zwei weitere Beteiligungen in der Flugzeug-Montagetechnik sowie in Südamerika", sagte Dürr-Vorstandschef Ralf Dieter der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Freitag veröffentlichten Interview in Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart. Erst am Donnerstag hatte der vor allem für die Automobilindustrie tätige Ausrüster eine Beteiligung am Wärmepumpenhersteller Thermea bekanntgegeben, um damit sein jüngstes Standbein Umwelttechnik zu stärken.

Argentinien im Visier


In Südamerika hat Dürr Argentinien ins Visier genommen: "Das ist ein interessanter Automobil-Produktionsstandort", sagte Dieter. Für die geplanten Akquisitionen will der seit 2006 an der Spitze des zweiköpfigen Vorstands stehende Manager jeweils einstellige Millionenbeträge ausgeben. Für größere Akquisitionen fehlten derzeit die Management-Kapazitäten. Finanzchef Ralph Heuwing verwaltete zuletzt Barmittel von 236 Millionen Euro.

"2013 abgesichert"

Der vom früheren Deutsche Bahn-Chef Heinz Dürr kontrollierte Konzern ist für seine Lackier- und Montageanlagen bekannt, jeder zweite weltweit von der Autoindustrie gekaufte Lackierroboter stammt von Dürr. "Unser Geschäft läuft gut", sagte Dieter. "Wir haben rechnerisch mehr als einen Jahresumsatz in den Auftragsbüchern, damit haben wir 2013 abgesichert." Für die "nächsten sechs bis neun Monate" sehe er "keinen Abschwung", vielmehr "ein Umsatzwachstum im kommenden Jahr".

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