16.08.2012 11:19
Alternative Antriebe
Steigende Kritik an Biosprit
E10 soll in Österreich dennoch im Herbst eingeführt werden.
Die infolge von weltweiten Missernten und Agrarspekulationen gestiegenen Nahrungsmittelpreise lassen die Kritik am Biosprit - also Treibstoff aus Getreide oder Mais - wieder neu aufflammen. In Deutschland hat sich am Wochenende erstmals ein Regierungsmitglied für einen sofortigen Verkaufsstopp des umstrittenen Biosprits E10 ausgesprochen. "Gerade bei steigenden Lebensmittelpreisen kann Biosprit zu stärkerem Hunger in der Welt beitragen", sagte Entwicklungsminister Dirk Niebel. In Österreich hält Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich am Plan fest, E10 im Herbst einzuführen.
"Nahrungsmittelproduktion nicht gefährdet"
"Es wird nur ein ganz geringer Anteil an Getreide für die Bioenergieproduktion verwendet. Die Nahrungsmittelproduktion ist in keinster Weise gefährdet", sagte am Donnerstag ein Sprecher von Berlakovich zur APA. Sowohl in Österreich als auch europa- und weltweit stünden "Flächen- und Produktionspotenziale in mehr aus ausreichendem Maß zur Verfügung".
Verhandlungen laufen
Wann genau der - in Deutschland anfangs sensationell gefloppte - Biosprit in Österreich kommen soll, hänge vom Koalitionspartner respektive dem Büro von Verkehrsministern Doris Bures (S) ab. "Es laufen Verhandlungen." Kürzlich, im August, habe es ein "Spitzengespräch" gegeben. Die offengebliebenen Punkte würden jetzt geklärt. Hauptsächlich gehe es um die Information der Bevölkerung. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", etwa eine Informationskampagne geplant. Damit will man wohl vermeiden, dass die Autofahrer - wie in Deutschland - E10 aus Angst um ihre Motoren boykottieren.
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