04.11.2011 12:53
Aluminiumindustrie
AMAG zeigt noch kaum konjunkturelle Schwächezeichen
Der oberösterreichische Aluminiumhersteller AMAG lässt nach den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres noch kaum Anzeichen für eine nachlassende Konjunktur erkennen. Der Umsatz lag mit 627,6 (547,7) Millionen Euro um 15 Prozent über dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahr sogar um 22 Prozent auf 90,7 Millionen Euro.
Die AMAG erwartet auch weiterhin "eine Steigerung der Profitabilität über die Rekordwerte des Vorjahres hinaus". Das Order-Buch der AMAG sei "nach wie gut in Form", sagte AMAG-Vorstandschef Gerhard Falch in einer Telefonkonferenz. Abnehmer wie die Autoindustrie und die Flugzeughersteller bestellten wie gehabt weiter. "Zwar lesen wir, was jetzt jeden Tag über die Konjunktur in der Zeitung steht, aber momentan sind wir da optimistischer als die Kapitalmärkte." Der US-Aluriese Alcoa hatte bei seinen jüngsten Quartalszahlen Mitte Oktober bereits von rückläufiger Nachfrage und sinkenden Preisen speziell in Europa gesprochen.
"Im Maschinenbau schwächt sich die Nachfrage etwas ab", räumte Falch am Freitag ein. Dazu kommt, dass der Aluminiumpreis in den vergangenen Wochen stark unter Druck gekommen ist. Auf die Ranshofener hat dies wegen vorsorglicher Absicherungsgeschäfte über Optionen aber keine negativen Auswirkungen. Laut AMAG-Finanzvorstand Gerald Mayer sind die Absicherungs-Derivate auf den Preis der Londoner Metallbörse (LME) allein im September um 8 Millionen Euro wertvoller geworden.
Das AMAG-Management bekräftigte, gegenüber Analysten, dass es sein laufendes Investitionsprogramm unabhängig von der Konjunkturentwicklung der nächsten Monate weiterführen werde. Es handle sich dabei um ein "strategisches Investment, wir haben eine solide Finanzposition und müssen in die Zukunft investieren", sagte Falch. Die AMAG will bis 2014 75 Millionen Euro in die Erweiterung und qualitative Verbesserung der Produktion investieren. Bisher sind 55 davon bereits investiert beziehungsweise freigegeben.
2014 soll in Ranshofen ein neues Walzwerk in Betrieb gehen, das die Walz-Kapazität von 150.000 auf 250.000 Jahrestonnen steigert. Die Preisverhandlungen dauern noch etwas, der Aufsichtsrat soll im kommenden Jänner grünes Licht für die Investition geben, hieß es.
Das operative Ergebnis (EBIT) der AMAG wuchs in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahr um 22 Prozent auf 90,7 (74,5) Millionen Euro, der operative Cash-Flow um 75 Prozent. die Eigenkapitalquote des früheren Staatsbetriebs beträgt heute 57 Prozent.
Die AMAG war 2010 vom Verpackungskonzern Constantia Packaging um 19 Euro je Aktie an die Börse gebracht worden. Das in Wien notierte Papier legte nach den Ergebnissen in einem freundlichen Marktumfeld bis gegen 12.00 Uhr um 4,13 Prozent auf 16,75 Euro zu.
Von Preisrückgängen ist in der Mitteilung keine Rede, allerdings wird für das Gesamtjahr jetzt von "stabilen Preisen" ausgegangen. Zu Jahresmitte hatte man noch eher mit höheren Verkaufspreisen gerechnet. (APA/red)
























