13.10.2011 08:28

Arbeitskampf

Metaller: Warnstreiks in 140 Betrieben

Rund 140 Betriebe der Metallindustrie werden sich heute, Donnerstag, an den Warnstreiks nach den gestern unterbrochenen Kollektivverhandlungen beteiligen. Sollten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertreter nicht einigen, droht die Gewerkschaft mit flächendeckenden Streiks ab nächster Woche.

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Rund 140 Betriebe der Metallindustrie werden sich heute, Donnerstag, an den Warnstreiks nach den gestern unterbrochenen Kollektivverhandlungen beteiligen.

Die Metallergewerkschaft Pro-Ge und die Gewerkschaft der Privatangestellten GPA haben heute, Donnerstag,  zu Warnstreiks von ein bis drei Stunden Dauer und morgen zu befristeten Arbeitsniederlegungen aufgefordert, nachdem ihre Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn von den Arbeitgebern abgelehnt wurde.

Pro-Ge-Chefverhandler Rainer Wimmer begründet die verschärfte Vorgehensweise im Ö1-"Morgenjournal" mit der starren Haltung der Industrie. Von den angebotenen Lohnerhöhungen (3,65 Prozent im Schnitt) blieben den Arbeitnehmern nur 40 Euro netto im Geldbörsel. Es sei nichts neues, dass die Arbeitgeber die Wirtschaftslage schlecht reden würden. Fakt sei aber, dass die Beschäftigten mit einer sehr hohen Inflation zu kämpfen hätten.

Am Mittwochabend war die zweite Verhandlungsrunde der Metallindustrie zu den Lohnerhöhungen 2012 ergebnislos unterbrochen worden. Einen Vollstreik wollte

GPA-Chefverhandler Karl Proyer nach Verhandlungsende gegenüber der APA nicht ausschließen. Co-Verhandler Rainer Wimmer (Pro-Ge) erinnerte an die hohe Inflationsrate. "Den Arbeitnehmern rinnt das Geld durch die Finger", während die Managergehälter zuletzt um fünf Prozent gestiegen seien. "Wenn die Arbeitgeber uns nicht ernst nehmen, dann machen wir ernst", so die Drohung von Wimmer. Und er war mit seinem Ärger nicht alleine. "Der Erzberg steht morgen", oder "sie haben uns keine andere Wahl gelassen", war von Betriebsräten zu hören.

Die Arbeitnehmer hatten zuletzt eine Lohnerhöhung um 5,5 Prozent gefordert, inwieweit sie hier nachgegeben haben, wurde von ihnen nicht verraten. Laut Arbeitgebern hat sich die Arbeitnehmerseite "null bewegt", während die Industrie weit entgegen gekommen ist. Sie hatte Wimmer und Proyer eine Stufenangebot vorgelegt, das im Schnitt auf eine prozentuelle Erhöhung von 3,65 Prozent hinausgelaufen wäre - plus der schon zuvor angebotenen Einmalzahlung von 200 Euro. Die untersten Einkommensschichten hätten laut Industrie-Chefverhandler Christoph Hinteregger 3,8 Prozent mehr Lohn bekommen sollen, die mittleren Einkommen 3,6 und die Besserverdiener 3,4 Prozent. Macht für die Geringverdiener durch die Einmalzahlung ein Gehaltsplus von 4,37 Prozent. Der Mindestlohn der Metaller liegt derzeit bei 1.515 Euro brutto, er würde dann in etwa 1.580 Euro betragen.

Welche Betriebe von den Warnstreiks morgen, Donnerstag, betroffen sind, wurde noch nicht bekanntgegeben. Am Donnerstag dem 20. Oktober wird weiter verhandelt. Im Vorjahr einigten sich die beiden Verhandlungsteams auf eine Mindestlohnerhöhung von 2,5 Prozent. Die Ist-Löhne wurden im Vorjahr um 2,3 Prozent oder mindestens 45 Euro erhöht. Bei positivem Betriebserfolg gab es zusätzlich eine Einmalzahlung von 50 bis 150 Euro. (APA/red)

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