25.06.2010 08:49

Austrian Institute of Technology

Androsch: Seibersdorfer Forscher griffen nach letztem Strohhalm

Nach turbulenten Jahren melden die Auftragsforscher des Austrian Institute of Technology (AIT) erstmals wieder "schwarze Zahlen" und "volle Auftragsbücher". Aufsichtsratspräsident Hannes Androsch ist überzeugt, dass die Forscher "den letzten Strohhalm" erfolgreich ergriffen haben.

Androsch FACC
© APA

Hannes Androsch, Aufsichtsratspräsident des AIT, darf sich freuen: Am Donnerstag war in Wien von "schwarzen Zahlen" und "vollen Auftragsbüchern" die Rede.

 

Androsch habe damals nicht zu hoffen gewagt, dass die Umstrukturierungen und Fokussierungen so rasch zu Erfolgen führen. "Ich bin überzeugt, dass der Zug nicht nur auf Schiene ist, sondern bereits Fahrt aufgenommen hat", so der Aufsichtsratschef. Er mahnte gleichzeitig aber ein, auch in Zukunft nicht zu kurzfristig zu denken und zu planen. Gerade in Forschung und Technologie gebe es bisweilen Vorlaufzeiten von bis zu Jahrzehnten.

Fünf Departments

Die jüngsten Umstrukturierungen und die Umbenennung von Austrian Research Centers (ARC) in AIT hatten vor allem auf die Forschungsbereiche des Instituts Auswirkungen. Mittlerweile gibt es nur noch fünf Departments. Der Fokus liegt auf Forschung und Entwicklung neuer Technologien in den Bereichen Energy, Mobility, Health & Environment, Safety & Security sowie Foresight & Policy Development, so Wolfgang Knoll, wissenschaftlicher AIT-Geschäftsführer.

Frontläufer

So arbeiten mittlerweile rund 120 Personen im Department Mobility an wenigen Schwerpunkten wie etwa Elektromobilität. Knoll ist überzeugt, dass bessere und leistungsfähigere Batterien und Akkus ein Thema sind, mit dem sich das AIT europaweit und auch international als Frontrunner positionieren kann. Weitere Schwerpunktthemen sind etwa Datensicherheit oder im Bereich Gesundheit und Umwelt der Aufbau einer Genombibliothek, in der 350.000 Gene zur Verfügung stehen. Seit Jahresbeginn ist man auch Mitglied des europäischen Energie-Forschungsverbunds European Energy Research Alliance.

Ausgliederungen

Um keine Wissenschafter entlassen zu müssen, wurden ehemals zu kleine Forschungsbereiche in eigene, selbstständige Unternehmen ausgegliedert. So seien alleine 2008 85 Mitarbeiter in fünf Spin-Offs ausgegliedert worden, diese Unternehmen würden - trotz Wirtschaftskrise - bis heute erfolgreich arbeiten, berichtete der kaufmännische Geschäftsführer Anton Plimon. Für heuer ist die Ausgliederung von weiteren sechs Spin-Off-Firmen geplant. 150 Mitarbeiter, die mit diversen Dienstleistungen abseits der eigentlichen Forschung befasst sind, wurden in eine Tochter des Unternehmens als "Seibersdorf Labor GmbH" ausgegliedert.

1000+ Mitarbeiter

Das AIT selbst hat derzeit einen Mitarbeiterstand von rund 1.050 bis 1.100. Davon sind etwa 850 Personen fix angestellt, 200 bis 250 sind freie Mitarbeiter wie etwa Doktoranden. Nach einem Minus von 1,8 Millionen im Jahr 2007 gab es 2008 ein Plus beim Jahreserfolg von rund 4,5 Millionen und 2009 ebenfalls ein Plus von rund 3,9 Millionen. (APA/red)

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