06.08.2012 06:00

Automatisierung

Automatisierung: Offene Aussprache

Die besseren Werkzeugmaschinen sind Roboter noch nicht. Sie lassen sich aber immer öfter wie solche programmieren – eine Frohbotschaft für ungeübte Werker.

Roboter Software Kuka
© Kuka

Ende der Eiszeit: Durch neue Bedientools nähern sich Werkzeugmaschinen und Roboter einander an - "doch wirklich herstellerunabhängige Lösungen sind rar".

Abwehrbeton. Den rührten Hersteller schon vor einem Jahrzehnt an. Ob Roboterbauer oder Werkzeugmaschinenbauer, „jeder kochte steuerungsseitig sein eigenes Süppchen“, erzählt ein Spezialist beim Roboterhersteller Yaskawa Europe, der sich gut ans hitzige Meinungsklima erinnern kann. Eine definierte standardisierte Bedienoberfläche, um Roboter wie Werkzeugmaschinen zu bedienen? „Das klang schon damals fein.“ Für Anwender.

Weniger aber für die Roboterhersteller. Sie mussten bangen, ihre Steuerungs-Kernkompetenz an den Maschinenbauer zu verlieren – und umgekehrt. „Es war verzwickt“, heißt es bei Yaskawa Europe. Die gute Nachricht: Die früheren Ängste haben sich abgeschliffen. Teilweise zumindest. Aus einem einfachen Grund. Früher nahmen Betriebe das Nicht-Angebot noch schulterzuckend hin. Jetzt stehen immer öfter „angelernte Bäcker“ oder andere Quereinsteiger an der Maschine. „Der Markt verlangt nach simpleren Bedienoberflächen.“

Maschinenupgrade

Eine Einschätzung, die viele Roboterhersteller teilen. Nahezu alle großen Hersteller – ob Kuka, Yaskawa oder Fanuc – treiben das Thema „Verheiratung“ von Maschine und Roboter gerade voran. Den Brückenschlag probiert etwa Kuka. Mit einem neuen Softwarepaket („Kuka.cnc“) können Betriebe CNC-Programme nach DIN 66025 direkt mit der Robotersteuerung abarbeiten. Zwar gebe es viele Systeme zur Offline-Programmierung von Robotern „auf Basis von CAD/CAM-Systemen“, räumen die Deutschen ein.

Bisher, so die Augsburger, fehlte aber die Durchgängigkeit der Prozessdaten „bis zur Robotersteuerung“. Sprich: CNC-Programme mussten mit Hilfe eines Postprozessors in Robotersprache übersetzt werden. „Dabei kam es zu Informationsverlusten“, so der Hersteller. Nun ist der CNC-Kern direkt auf der Robotersteuerung eingebunden. Die Maschinensprache G-Code kann also direkt verarbeitet werden – was den Roboter deutlich aufwertet: „Er wird zu einer Bearbeitungsmaschine mit offener Kinematik“, so die Deutschen.

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