12.06.2012 08:11

Automobilindustrie

VW: Porsche-Übernahme gewinnt an Fahrt

Ein juristisches Schlupfloch dürfte die komplette Übernahme des Sportwagenbauers durch VW nun beschleunigen. Gemeinsame Einkäufe und Synergieeffekte durch gemeinsame Forschung könnten zu jährlichen Einsparungen von rund 700 Millionen Euro führen. Die Aktien der beiden Unternehmen gewannen bereits hinzu.

Europas größter Autobauer VW ist der seit drei Jahren geplanten Einverleibung der Sportwagenschmiede Porsche ein entscheidendes Stück näher gerückt. Denn beide Unternehmen können voraussichtlich ein lange bekanntes Schlupfloch in der Besteuerung von Unternehmenszusammenschlüssen nutzen und bereits in den nächsten Monaten die Eingliederung der Porsche AG in das VW-Reich besiegeln. Die Übernahme von weiteren knapp 50 Prozent der Porsche AG wird die auf einem dicken Finanzpolster sitzenden Wolfsburger - wie 2009 vereinbart - knapp vier Milliarden Euro kosten. Zugleich soll der Schritt aber in den kommenden Jahren jeweils dreistellige Millionenbeträge sparen helfen.

Auch für den Verkäufer des Restanteils, die an der Börse notierte Porsche Holding, wird sich das Geschäft auszahlen: Die nach ihrem 2009 gescheiterten Versuch zur Übernahme des gesamten VW-Konzerns noch immer mit rund 1,5 Milliarden Euro verschuldete Dachgesellschaft könnte ihre Verbindlichkeiten damit auf einen Schlag tilgen und in neue Geschäfte investieren. Auch die buchhalterischen Verluste, die die Holding seit einigen Quartalen infolge komplexer Optionsgeschäfte mit VW einfährt, könnten dann der Vergangenheit angehören.


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