14.10.2010 11:46
Automobilzulieferer
AVL stellte in Shanghai Brennstoffzellenauto vor
Ein Elektro-Auto mit Brennstoffzellen-Range Extender hat der steirische Motorenhersteller AVL List im Rahmen der derzeit stattfindenden "Austrian Tec Week" auf der Weltausstellung in Shanghai vorgestellt. Ähnlich wie beim Prototypen E-Mini "Evare", den AVL heuer in Alpbach präsentiert hat, wurde ein Elektrofahrzeug mit einem sogenannten "Range Extender" ausgestattet.
Aus dem Archiv
Ist es beim Mini noch ein kleiner Verbrennungsmotor, der bei Bedarf anspringt, die Batterien auflädt und damit die Reichweite erhöht, ermöglicht beim AVL Fuel Cell Commuter (AVL FCC) eine Brennstoffzelle mit nur 0,6 Kilogramm Wasserstoff eine um sechs Stunden längere Fahrzeit. Der AVL FCC ist für den Personentransport auf nicht öffentlichen Fahrwegen, etwa für den Messeverkehr wie derzeit auf der Expo, Freizeitparks und ähnlichem gedacht. Das Thema Brennstoffzelle, in der auf völlig umweltfreundliche Weise aus Wasserstoff Strom produziert wird, werde in China stark gefördert, erklärte Peter Prenninger von AVL bei der Präsentation. Der "Range Extender" habe bei der chinesischen Seite großes Interesse hervorgerufen.
Serienreife Diagnosetechnik
Der wesentliche Vorteil des AVL FCC liege in seiner kontinuierlichen Verfügbarkeit des Fahrzeugs. Innerhalb weniger Minuten kann Wasserstoff nachgetankt werden, während das Aufladen von Batterien mehrere Stunden dauert. Dadurch können auch die Batterien in dem Auto kleiner dimensioniert werden. Bei einer mittleren Fahrgeschwindigkeit von rund 20 km/h sind etwa 150 Kilometer Reichweite möglich. Ausgestattet ist das Fahrzeug mit einer von AVL bereits zur Serienreife entwickelten Diagnosetechnik. Dieses analysiert ständig den Zustand der Brennstoffzelle und behebt Fehler sofort. Damit kann die Lebensdauer der Brennstoffzelle deutlich erhöht werden, sagte Prenninger. Im Gegensatz zu anderen Konzepten, könne durch die Kombination mit einem Batteriesatz die Brennstoffzelle in einem stationären Betrieb gefahren werden, den Spitzenleistungsbedarf übernehme die Batterie. Auch das erhöhe die Lebensdauer der Zelle.
Versuchsbetrieb in Österreich
Das Fahrzeug - die Basis stammt vom chinesischen Hersteller Marschen Electric Vehicle Company - wurde in Kooperation mit der Tongji Universität in Shanghai entwickelt, wo AVL seit acht Jahren einen Lehrstuhl sponsert. Gefördert wurde das Projekt vom Klimafonds. Im November soll das Auto zu AVL nach Graz kommen und dort für einen einjährigen Versuchsbetrieb im Einsatz stehen. Das Fahrzeug sei als "Forschungsplattform" zu sehen, wo im Rahmen von Projekten und Dissertationen weitere wissenschaftliche Fragen geklärt werden sollen. (APA/red)
























