05.08.2010 10:48

Automobilzulieferer

Zulieferer-Pleite: Kapfenberger Carpet & Acoustics ist insolvent

Der Kapfenberger Autozulieferer Carpet & Acoustic Products ist insolvent. Das Unternehmen, das in erster Linie Bodenteppiche produziert, konnte die im Zuge von Rahmenverträgen produzierten Stückzahlen zuletzt nur mehr durch erhebliche Mehrkosten im Dienstnehmerbereich realisieren, teilten die Kreditschutzverbände AKV und KSV gestern Mittwoch mit.

Die Passiva des Unternehmens betragen rund 5,3 Millionen Euro, die Aktiva etwa 1,3 Millionen Euro. Ein Weiterbestehen des Unternehmens werde angestrebt, hieß es seitens der Kreditschützer. Betroffen sind 100 Dienstnehmer und rund 200 Gläubiger. Das Unternehmen hat beim Landesgericht Leoben ein durch die Insolvenzrechtsnovelle 2010 neu geschaffenes "Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung" beantragt.

Sanierungsplan

Dieses Verfahren wurde am Mittwoch eröffnet. Angestrebt wird eine Weiterführung und der Abschluss eines Sanierungsplanes mit der Gläubigerschaft, der vorerst eine Quote von 20 Prozent angeboten werden soll. Laut KSV sollen fünf Prozent durch den Masseverwalter 14 Tage nach Annahme des Sanierungsplans ausgeschüttet werden. Jeweils weitere fünf Prozent kämen binnen 12, 16 und 24 Monaten nach Annahme zur Auszahlung.

Umsatz erodierte

Während das Unternehmen im Jahr 2006 noch einen Jahresumsatz von 13,2 Mio. Euro erzielte, ist dieser im Jahr 2007 auf rund 11,9 Mio. Euro und im Jahr 2008 auf etwa 6,5 Mio. Euro geschrumpft. Bereits im Jahresabschluss 2008 wurde darauf hingewiesen, dass dieses Geschäftsjahr von der sinkenden Fahrzeugproduktion bei Magna Steyr Graz im Auftrag von Chrysler und Saab geprägt war und dementsprechend Umsatz und Ertrag zurückgegangen seien. Im Jahr 2009 verschlechterte sich die Situation. Im Jahr 2010 trat eine Verbesserung der Auftragslage ein, jedoch konnten die im Zuge von Rahmenverträgen produzierten Stückzahlen nur durch erhebliche Mehrkosten im Dienstnehmerbereich möglich gemacht werden.

Neue Rahmenvereinbarungen

Absatzmärkte sind neben Österreich (Magna Steyr in Graz) die Slowakei (VW, Audi, Hyundai, Kia, Peugeot), Ungarn (Suzuki, Audi) und Slowenien (Renault). Die Geschäftsführung wird von Helmut Strohmeier ausgeübt, der über die Strohmeier Beteiligungs GmbH auch Mehrheitsgesellschafter ist. Beim Unternehmen hofft man, mit den Auftraggebern neue Rahmenvereinbarungen abschließen zu können, um den Weiterbestand der Firma zu gewährleisten. (APA/red)

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