14.05.2012 06:02
Beleuchtung
LED-Technologie: Lichttherapie
Produktionswerke erliegen nun langsam den Verlockungen der LED-Leuchttechnologie - größtes Manko: die Kosten.
„Sieht doch gleich viel freundlicher aus, oder?“ Frank Schröder, Werkleiter des Eisenwerks Sulzau Werfen (ESW), strahlt übers ganze Gesicht. 58 Quecksilberdampflampen in der Alten Drehereihalle ersetzte der Betrieb zuletzt durch Leuchtdioden (lichtemittierende Dioden, kurz LEDs) – die Belegschaft wünschte sich die 60.000-Euro-Investition. Zusammengekniffene Augen, unnötige Fehler: Kleingedrucktes in den Konstruktionszeichnungen zu entschlüsseln war im Eisenwerk früher eine Herausforderung.
„Es war dunkel wie in einer Höhle“, heißt es aus der Belegschaft. Jetzt entschlüsseln die 25 Mitarbeiter die Anweisungen aus der Konstruktionsabteilung problemlos – „deutlich weniger Ermüdungserscheinungen sind die Folge“, ist Schröder von der besseren Lichtausbeute angetan.
Sparsamer Betrieb
LEDs basieren auf elektronischen Halbleiterbauelementen. Fließt durch die Diode Strom in Durchlassrichtung, strahlt sie Licht ab – die Wellenlänge ist vom Halbleitermaterial und der Dotierung abhängig. Umfragen bescheinigen dem Geschäft mit LED-Leuchten ein ungeheures Wachstum. „Wachstum mit Lichtgeschwindigkeit“ sieht die Unternehmensberatung Frost & Sullivan sogar am Horizont.
Ähnlich optimistische Töne schlägt das Analysehaus A. T. Kearney an. Lag der Umsatz mit LED-Leuchttechnologien 2010 noch bei fünf Milliarden Dollar, soll er bis 2015 auf 36 Milliarden anschwellen (siehe Grafik). Bis dahin wird dann auch in der Industrie „die Ablöse bestehender Leuchttechnologien voll anfahren“, sagt A. T.-Kearney-Experte Arnold Rofner. Eine interessante These. Zwar statten Maschinenbauer wie der Biegemaschinenhersteller Trumpf Maschinen Austria Arbeitsräume von Maschinen schon mit LEDs aus. Doch Fertigungsbetriebe, die in ihren Montagelinien oder in der Standplatzbearbeitung auf eine LED-Deckenbeleuchtung setzen, sind eine Minderheit.
Beim Gunskirchener Autozulieferer BRP-Powertrain etwa kommen in der Produktion noch standardmäßig Lichtbalken mit Leuchtstoffröhren zum Einsatz. ESW freilich ging in der Formerei schon 2010 mit zwölf installierten LED-Leuchten in die Aufwärmrunde. Anfangs war die Skepsis groß, ob Hersteller „nicht maßlos übertreiben würden“, erinnert sich Werkleiter Frank Schröder. Doch der Lieferant – Impel Solutions – hielt Wort. Gegenüber den 58 500-Watt-Quecksilberdampflampen sorgen die neuen Lampen (137 Watt) jedes Jahr für Einsparungen von insgesamt 120.000 Kilowattstunden Strom. Das macht Mut. „Wir nehmen schon die nächsten Abschnitte in Angriff“, sagt Schröder.
























