25.06.2012 05:25
CAD-Tools
CAD: Auf Crashkurs
Nur jede zehnte Werkzeugmaschine wird virtuell am Computer eingefahren – noch nehmen Betriebe lieber Kollisionen in Kauf.
Es war nur eine schlichte Folie. Doch die paar Informationshappen, die Siemens-Vorstand Siegfried Russwurm auf der Hannover Messe (HMI) im April lässig auf die Wand warf, erzielten ihre Wirkung. „80 Prozent Zeitersparnis“ lasse sich beim Maschineneinfahren durch Software „im Idealfall“ erreichen, hieß es auf der Pressekonferenz des Elektronikriesen – und schon war das nächste Thema an der Reihe. Doch die HMI wäre nicht die HMI, wenn sich dazu nicht gleich Nachforschungen anstellen ließen.
Bei der Roboterprogrammierung seien solche Tools „schon länger etabliert“, erzählte PreSales-Manager Markus Erlmann am Siemens-PLM-Stand. Ein anderes Bild gebe es im Werkzeugmaschinenbereich, wo der Konzern laut Auskunft eines Siemensianers noch größere Chancen wittert, weitere Hersteller von den Segnungen der Fertigungssoftware NX CAM (Computer Aided Manufacturing, dt.: rechnerunterstützte Fertigung) zu überzeugen.
Denn manuell CNC-Maschinen einzufahren sei nicht mehr zeitgemäß. Heute erfolge die Planung der NC-Bearbeitung grafisch appetitlich am Computer. Lohnfertiger könnten so den Fertigungsturbo zünden, sagt Siemens-Vorstand Russwurm: Mit „virtuellen Maschinen“ steigern Betriebe ihre Produktivität um „ein Zehntel“.
Hoffnungsmarkt
Keine Aufschneiderparolen, die in Hannover zu hören waren. Softwaretools kämpfen sich immer weiter in die Fertigung vor: Sie unterstützen Entwickler, aber auch Ingenieure bei der Werkzeug- und Vorrichtungskonstruktion. Und – so der Plan – zunehmend stärker auch Maschinenbediener beim Einfahren von NC-Programmen. Denn mit der Zwangsläufigkeit einer griechischen Tragödie werden die Lose bei Lohnfertigern kleiner, „während die Zahl der Neuserienanläufe explodiert“, heißt es bei einem Automobilzulieferer.
























