06.10.2010 07:42
Energiedienstleister
EVN-Kapitalerhöhung zielt auf bessere Ratings ab
Die Erlöse aus der gestern Dienstag gestarteten rund 200 Millionen Euro schweren EVN-Kapitalerhöhung sollen in erster Linie zur Stärkung des Eigenkapitals und somit auch zur Unterstützung der Ratings sowie für den Ausbau von erneuerbaren Energien verwendet werden, heißt es in der heutigen ad-hoc-Mitteilung der EVN.
Gleichzeitig mit der Kapitalerhöhung soll durch den Teil-Ausstieg der EnBW auch der Streubesitz der EVN steigen, der derzeit unter 14 Prozent liegt. Die EnBW ist derzeit mit 35,72 Prozent am niederösterreichischen Versorger beteiligt. Durch den nun geplanten Aktien-Verkauf sowie ein Nicht-Mitziehen bei der Kapitalerhöhung könnte sich der Anteil des deutschen Energiekonzerns auf rund 10 Prozent reduzieren. Die Preisspanne für das gemeinsame Angebot wurde mit 10,50 bis 13,50 festgesetzt. Bei einem Preis von 12 Euro könnte die Transaktion der EnBW bei vollständiger Platzierung rund 500 Mio. Euro bringen. Mit einem Gesamtausstieg wäre die Transaktion rund 900 Mio. Euro schwer geworden.
EnBW-Einstieg im Jahr 2000
Sollte sich kein angemessener Preis finden, könne sich EnBW immer noch gegen der Verkauf entscheiden, erklärte ein Sprecher der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Die EnBW war zu Beginn des Jahrtausends bei der EVN eingestiegen und hat ihren Anteil sukzessive ausgebaut. Viel Einfluss konnte aber nie genommen werden, seit dem Jahr 2006 kann die EnBW immerhin ein Aufsichtsratsmandat besetzen. Die von der EnBW angebotenen Aktien (knapp 41 Millionen Stück) sowie jene EVN-Aktien, für die keine Bezugsrechte ausgeübt werden, sollen im Rahmen eines öffentlichen Angebots privaten und institutionellen Investoren in Österreich sowie im Rahmen von Privatplatzierungen institutionellen Investoren außerhalb Österreichs angeboten werden, heißt es in den heutigen Mitteilungen von EVN und EnBW.
Ausbau von alternativen Energien
Verwendet werden sollen die aus der Kapitalerhöhung lukrierten Mittel auch für den Ausbau von Windkraft und Wasserkraftwerken in Niederösterreich sowie zum Ausbau der Wasserkraft in anderen österreichischen Bundesländern und in angrenzenden Staaten, so die EVN. Geld braucht die EVN aber auch für das Mitziehen bei der 1 Mrd. Euro schweren Verbund-Kapitalerhöhung, die ebenfalls noch heuer kommen soll. Die EVN hält 13 Prozent am Verbund. Der endgültige Angebotspreis sowie die endgültige Zahl neuer und aus dem Bestand der EnBW stammender Aktien soll in einem Bookbuilding-Verfahren ermittelt und voraussichtlich am 20. Oktober - nach Ablauf der Angebotsfrist - festgesetzt und am 21. Oktober bekanntgegeben werden. Die EVN könnte zwischen 172 und 221 Mio. Euro aus der Kapitalerhöhung einnehmen. Das Land Niederösterreich wird bei der Kapitalerhöhung mitziehen. In Österreich sind öffentliche Mehrheiten an Energieversorgern per Gesetz festgeschrieben, Niederösterreich hält derzeit 51 Prozent am Unternehmen.
Aktienpaket "kein Brüller"
Das gesamte EVN-Aktienpaket im Ausmaß von rund 700 Mio. Euro dürfte auf dem Kapitalmarkt "kein Brüller" werden, hieß es aus Markt-Kreisen zur APA. Wieso die EnBW einen Großteil ihres Pakets im Zuge der Kapitalerhöhung leichter los werden soll, sei nicht ganz klar. Außerdem wird auf die noch immer geringe Liquidität auf den Kapitalmärkten verwiesen. Investoren würden derzeit vor allem nach zyklischen Aktien suchen, die im möglichen Aufschwung den Markt schlagen könnten. Die Energieversorger zählen eher zu den spätzyklischen Werten. (APA/red)























