09.07.2012 06:08

Energieeffizienz

Poker um EU-Regulierung

Rätsel: Wie viel Energie lässt sich bei Werkzeugmaschinen jährlich einsparen? Mit dieser Frage geht der Poker um die EU-Regulierung für Maschinenbauprodukte in die nächste Runde.

Das Treffen in Brüssel hätte schlechter laufen können. Am 23. April stellte die EU-Kommission die weitere Roadmap bei der Umsetzung der Ökodesignrichtlinie für Werkzeugmaschinen vor. Nach wie vor stehen verpflichtende Energieeffizienzmaßnahmen für Maschinenbauer im Raum.

Die Branche schoss zurück – sie brachte frühzeitig einen Antrag auf Selbstregulierung ein. Das Ziel: Das Kapitel Energieeffizienz den Marktkräften und nicht der Politik zu überlassen. Insofern lief das Treffen im April gut. Die EU-Politiker könnten sich eine Selbstregulierung „schon vorstellen“, ortete der Fachverband Maschinen- und Metallwarenindustrie FMMI grundsätzlich „Kompromissbereitschaft“. Doch leicht macht es die Kommission den Herstellerverbänden nicht gerade: „Jetzt fordert sie Meilensteine“, erzählt Martin Baminger vom FMMI. Sie pocht auf Zahlen für die Jahre 2014 bis 2025 – für die Herstellerverbände ein Spagat: „Wir müssen dokumentieren, welche jährlichen Energieeinsparpotentiale wir mit unserer Initiative schaffen“, so Baminger.

Utopische Einsparziele


Das Problem: Kein Mensch wisse, „welche Stückzahlen in fünf Jahren verkauft werden“, sagt Martin Baminger. Fest steht: Der Energiebedarf aller metallverarbeitenden Maschinen in der EU wird mit jährlich 210 bis 320 Terawattstunden geschätzt – das stellt ein schönes Einsparpotential in Aussicht. Die jährliche Energiereduktion von zehn Prozent – ein Wert aus der Fraunhofer-Vorstudie – sei „aber völlig utopisch“, meint Baminger. Mit vier, fünf Prozent komme man der Sache „vermutlich näher“.

Die Entscheidung, ob und welche Zahlen man der Kommission liefere, dürfte noch im Juni fallen. „Besser ein provisorischer Wert als gar keiner“, glaubt Baminger. Nur so bliebe für die Verbände die Chance auf die Selbstregulierung „intakt“, schätzt er. CECIMO schweben Checklisten für Maschinenbauer – eine Form der Selbstdeklaration – vor. Sie würde Maschinenkäufern mehr über die energetische Bilanz der Maschine verraten – „etwa übers Stehzeitenmanagement“, heißt es beim FMMI.

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