02.03.2011 09:39

Energieversorger

Verbund 2010 mit weniger Gewinn und Dividende

Der Stromkonzern Verbund erzielte 2010 deutlich weniger Gewinn und kürzt die Dividende. Das Konzernergebnis sank um 37,8 Prozent auf 400,8 Millionen Euro, das operative Ergebnis um 20,5 Prozent auf 828,5 Millionen Euro, gab das Unternehmen bekannt. Belastet sei das Ergebnis von einer geringeren Wasserführung, schwächeren Großhandelspreisen und Einmaleffekten. Die Aktionäre - Haupteigentümer ist mit 51 Prozent die Republik Österreich - erhalten 0,55 Euro je Aktie. 2009 waren es 1,25 Euro je Aktie, davon 0,25 Euro Sonderdividende.

Die vorgeschlagene Dividende orientiere sich unverändert an einer Ausschüttungsrate von 45 bis 50 Prozent und werde für das Vorjahr 47,7 Prozent betragen. Für das laufende Geschäftsjahr 2011 werden "auf Basis einer durchschnittlichen Wasserführung ungefähr gleichbleibende Ergebnisse" erwartet. Die Dividendenpolitik werde sich auch weiterhin an einer Ausschüttungsquote zwischen 45 und 50 Prozent orientieren.

Der Umsatz sank 2010 um 5,0 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Das Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ging um 15,4 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro zurück. Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 3,32 Milliarden Euro (minus 4,6 Prozent), ein Ebit von 790,7 Millionen Euro (minus 24,1 Prozent) und einen Nettogewinn von 419 Millionen Euro (minus 35 Prozent) erwartet.

Der Verbund hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 die Eigenerzeugung gesteigert, die Produktion von Strom aus Wasserkraft (inklusive Bezugsrechte) sank wegen der schwächeren Wasserführung der Flüsse aber um 1,4 Prozent auf 26.708 Gigawattstunden (GWh), teilte der Verbund mit.

Mehr thermische Erzeugung.

Die thermische Erzeugung stieg um 56,9 Prozent auf 4.258 GWh. Grund dafür waren neben einer höheren Eigenerzeugung auch anteilige Strombezüge aus dem Kraftwerk Pont-sur-Sambre der französischen Beteiligung Poweo, das seit Ende September 2009 in Betrieb ist. Insgesamt erhöhte sich die Eigenerzeugung somit um 3,9 Prozent auf 31.078 GWh. Zur Stromproduktion aus Wasserkraft heißt es, dass der Erzeugungskoeffizient mit 0,99 nur um 1,0 Prozent unter dem vieljährigen Durchschnitt, aber 7,0 Prozentpunkte unter dem Wert des Jahres 2009 gelegen sei. Durch den Erwerb der bayerischen Innkraftwerke im Jahr 2009 habe die witterungsbedingte Mindererzeugung der Laufkraftwerke aber kompensiert werden können. Die Produktion der Jahresspeicherkraftwerke sei wegen der wesentlich geringeren Zuflüsse im Vergleich zu 2009 um 9,7 Prozent gesunken.

Gewinnrückgang durch Einmaleffekte.

Grund für den Gewinnrückgang im Jahr 2010 seien auch Einmaleffekte gewesen, die sich mit rund 30 Millionen Euro negativ auf das operative Ergebnis sowie mit rund 30 Millionen Euro auf das Finanzergebnis auswirkten. Belastet wurde das Ergebnis auch von den schwächeren Großhandelspreisen, teilte der Verbund weiter mit. Die für das Geschäftsjahr 2010 relevanten Preise für im Jahr 2009 gehandelte Strom-Forwardkontrakte 'Year Base 2010' lagen mit durchschnittlich 49,2 Euro pro Megawattstunde (MWh) um 30,0 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bei den im Jahr 2009 gehandelten Front-Year-Peak-Kontrakten gab es einen Rückgang um 29,8 Prozent auf im Jahresdurchschnitt 69,8 Euro/MWh. Höhere Preise gab es dagegen bereits wieder am Spotmarkt. Der insgesamt erzielte durchschnittliche Absatzpreis lag mit 52,1 Euro/MWh um 9,2 Euro/MWh unter dem Vorjahresniveau. Die Stromerlöse sanken laut Geschäftsbericht um 6,8 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro, der Stromabsatz (nach Fremdstromhandelssaldierung) stieg um 8,7 Prozent auf 55.729 GWh. Das Gearing verbesserte sich von 140,4 Prozent auf 96,8 Prozent.(APA/red)

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