08.08.2012 09:49

Erstes Halbjahr

OMV: Umsatz und Gewinn steigen deutlich

Die Erlöse legte um 27 Prozent auf 20,356 Milliarden Euro zu, das EBIT um 11 Prozent auf 1,533 Milliarden Euro und der CCS Periodenüberschuss auf 834 Millionen Euro.

Der börsenotierte Mineralölkonzern OMV hat im ersten Halbjahr 2012 seinen Umsatz und Gewinn stärker gesteigert als erwartet. Der Umsatz legte um 27 Prozent auf 20,356 Milliarden Euro zu, das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) wurde um 11 Prozent auf 1,533 Milliarden Euro verbessert.

Der den Aktionären zuzurechnende und um Lagerhaltungsbewertungen (CCS) bereinigte Periodenüberschuss von Sondereffekten stieg um 89 Prozent auf 455 Millionen Euro, unterm Strich blieb ein Periodenüberschuss von 986 (861) Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich von 2,13 auf 2,25 Euro. Aus der Betriebstätigkeit resultierte ein Cashflow von 1,795 Milliarden Euro (+41 Prozent). Der Verschuldungsgrad (Gearing) sank im zweiten Quartal von 34 Prozent auf 31 Prozent.


Der Anstieg des Konzernumsatzes sei vor allem auf höhere Rohöl- und Produktenpreise sowie gestiegene Gasverkaufs- und Gashandelsmengen zurückzuführen, teilte das Unternehmen am Mittwoch ad hoc mit. Das Konzern-EBIT von 1,533 Milliarden Euro lag um 11 Prozent über jenem der ersten Jahreshälfte 2011.

Ölpreise, US-Dollar und Libyen-Geschäft helfen

Positiv ausgewirkt hätten sich höhere Rohölpreise, ein stärkerer US-Dollar und höhere Verkaufsmengen in Libyen - andererseits hätten ein deutlich niedrigerer positiver CCS Effekt (Bewertungsveränderung der Lagerbestände) und ungeplante Abschreibungen den Gewinn gedrückt.

Der EBIT-Beitrag der rumänischen Tochter Petrom ist auf 616 Millionen Euro gestiegen (nach 578 Millionen Euro), vor allem auf Grund höherer Rohölpreise. Die Netto-Sonderaufwendungen von 139 Millionen Euro beziehen sich vor allem auf eine außerplanmäßige Abschreibung in Österreich (Gasfeld Strasshof) sowie Personalrestrukturierungen in Österreich und Rumänien, heißt es in der Aussendung. Zusätzlich wurden positive CCS Effekte von 7 Millionen (1-6/11: 220 Millionen Euro) ausgewiesen. Das CCS EBIT vor Sondereffekten stieg um 38 Prozent auf 1,665 Millionen Euro.

Das Finanzergebnis war im 1. Halbjahr mit -36 Millionen Euro negativ, aber deutlich besser als im Vorjahr (-161 Millionen Euro). Durch eine verbesserte Finanzierungsstruktur habe man eine Verminderung der Zinsaufwendungen erreicht, und auch die Fremdwährungsverluste seien deutlich niedriger ausgefallen, heißt es.

Die laufenden Ertragsteuern des OMV Konzerns betrugen 606 Millionen Euro. Ein Ertrag aus latenten Steuern von 95 Millionen Euro wurde ergebniswirksam im ersten Halbjahr verbucht. Die effektive Steuerquote des Konzerns stieg auf 34 Prozent, was auf einen deutlich höheren Ergebnisbeitrag der hoch besteuerten libyschen Gesellschaften zurückzuführen sei.

Der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss lag mit 735 Millionen Euro über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (643 Millionen Euro). Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten betrug 834 Millionen Euro (516 Millionen Euro).

Starkes 2. Quartal

Im 2. Quartal fiel der Konzernumsatz mit 9,988 Milliarden Euro um 25 Prozent höher aus als im 2. Quartal des Vorjahres. Das Konzern-EBIT lag mit 621 Millionen Euro um 8 Prozent über dem Vorjahreswert. Der den Aktionären zuzurechnende Periodenüberschuss stieg von 273 Millionen Euro auf 283 Millionen Euro. Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss vor Sondereffekten betrug 455 Millionen Euro (nach 240 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie lag im 2. Quartal bei 0,87 Euro, das CCS Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten bei 1,39 (nach 0,90 bzw. 0,79 Euro).

Für das Gesamtjahr 2012 rechnet die OMV mit einem durchschnittlichen Brent-Rohölpreis über 100 Dollar pro Barrel. Auf den europäischen Gasmärkten wird weiterhin ein großer Unterschied zwischen an die Ölpreisentwicklung gebundenen Gaspreisen und Hubpreisen erwartet. In Rumänien habe der Regulator einen Zeitplan für die Liberalisierung der Gaspreise veröffentlicht. Der Plan sehe eine schrittweise Anpassung des Gaspreises für lokale Produzenten bis zur vollen Liberalisierung im Jahr 2018 vor. Weiters wird erwartet, dass die Raffinerie-Margen nach dem hohen Stand im 2. Quartal auf Grund des nun wieder steigenden Ölpreises sinken werden. Auch die Petrochemie-Spannen dürften auf Grund der gedämpften wirtschaftlichen Entwicklung sinken, hieß es in der Mitteilung im Vorfeld der heutigen Halbjahres-Pressekonferenz. (APA)

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