12.06.2012 06:04

Exporte

Außenhandel: Defizit gegenüber China steigt

Österreichs Lieferungen nach China bestehen zu zwei Dritteln aus Maschinen, Anlagen sowie Produkten für die Elektronik- und Automotive-Industrie - für den Wirtschaftsdelegierten in Peking, Oskar Andesner, eine große Chance: "China ist ganz hungrig nach Technologie."

Österreichs Defizit im Warenaustausch mit China steigt - die heimischen Exporte wachsen zu schleppend, die Importe klettern dynamisch. Im ersten Quartal 2012 habe sich das Passivum gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr von 809,4 auf 876,7 Millionen Euro ausgeweitet, teilte die Außenwirtschaftsorganisation in der Wirtschaftskammer Österreich am Montag unter Berufung auf vorläufige Zahlen der Statistik Austria mit.

Den Status als wichtigster Handelspartner Österreichs außerhalb Europas hatte China bereits 2011 wieder an die USA abgegeben. Das heimische Außenhandelspassivum belief sich im Vorjahr auf rund 3,5 Milliarden Euro - die Exporte erhöhten sich nur noch um 4 Prozent auf 2,92 Milliarden Euro - nach einem Plus von knapp 40 Prozent im Jahr davor. Gleichzeitig legten die Importe aus China 2011 um 17,7 Prozent auf 6,39 Milliarden Euro dynamisch zu. Das Land bleibt laut Wirtschaftskammer Österreichs wichtigster Handelspartner in Asien und einer der wichtigsten Absatzmärkte.


Wachsender Absatzmarkt 

Mit den steigenden Lohnkosten in China erhöht sich auch der Lebensstandard der Bevölkerung. China verliert zwar als verlängerte Werkbank heimischer Unternehmen zunehmend an Attraktivität, gewinnt aber als riesiger Absatzmarkt noch mehr an Bedeutung.

Chancen für heimische Exporteure sieht der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Peking, Oskar Andesner, vor allem in den Sektoren Infrastruktur, Hochtechnologie, Maschinen- und Anlagenbau, Energie, Umweltschutz und Dienstleistungen. "China ist ganz hungrig nach Technologie", betonte der Handelsdelegierte heute, Montag, vor Journalisten in Wien.

Zu zwei Drittel bestehen die österreichischen Lieferungen aus Maschinen, Anlagen sowie Produkten für die Elektronik- und Automotive-Industrie. "Österreich hat hier hohe Technologien und Nischenprodukte und hält in den genannten Bereichen auch einen großen Anteil über viele kleine Firmen", berichtete Andesner. Der Yen-Kurs sei derzeit gegenüber dem Euro auf Rekordhoch. "Für unsere Exportwirtschaft ist das günstig." (APA)

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