23.02.2010 10:18
Fasern
Lenzing-Vorstand Untersperger nimmt Indien ins Visier
Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing plant die Errichtung eines Viskosefaser-Werks nahe Mumbai - die Grundstückskäufe sind bereits in der Abwicklung.
Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing will in Indien ein Werk errichten und plant eine Erstinvestition von 116 Millionen Euro mit einer Kapazität von 60.000 Jahrestonnen Viskosefasern. In zehn Jahren sollen es 240.000 Tonnen sein, berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten". Die Grundstückskäufe seien bereits in Abwicklung, so Dieter Eichinger, zuständig für das Textilgeschäft. Lenzing will mit dem neuen Standort 70 Kilometer südlich von Mumbai innerhalb von fünf Jahren 2.000 Jobs schaffen und 330 Millionen US-Dollar zur indischen Wirtschaftsleistung beisteuern.
Chancenreiche Region
Die Marktchancen sind laut Eichinger enorm: Indien sei der weltweit zweitgrößte Textil- und Faserproduzent. 55 Prozent der Textilindustrie basiere auf Baumwolle, 35 Prozent auf Polyester. Fasern aus Cellulose würden erst 4 Prozent ausmachen, seien aber die mit dem größten Wachstumspotenzial. 2008 waren Gerüchte um einen möglichen Verkauf der Lenzing AG aufgetaucht. Damals wurde immer wieder der indische Mitbewerber Birla als möglicher Übernahmekandidat genannt. Schließlich kaufte die B&C Holding, mit 90,2 Prozent Mehrheitseigentümerin von Lenzing, von der UniCredit die Genussrechte zurück. Sie nahm dafür Fremdmittel von 650 Mio. Euro auf, für die das Land Oberösterreich mit 350 Mio. Euro haftet. (APA/red)










