16.04.2012 06:43
Frachtraten
Seefrachtraten: Rasant nach oben
Weniger oszillierend als die Seefracht präsentiert sich die Entwicklung der Luftfrachttarife.
Air Cargo versteht sich gerne als „White collar“-Branche unter all den Lastenträgern des Logistikgeschäftes. Wertvolle Fracht wird rasch und ohne Anlaufzeit zu relativ hohen Tarifen quer über den Globus transportiert. Allerdings sind die Luftkutscher sehr konjunkturempfindlich: Gehen die Geschäfte schlechter, dann wandert das Gut von der Business Class in die Holzklasse, sprich Seefracht. Mit Beginn der Krisenstimmung im Sommer 2011 sank das bis dahin boomende Luftfracht-Aufkommen stark, wenn auch nicht mehr mit der Geschwindigkeit wie 2009. Damals brach der Markt binnen weniger Wochen um 40 Prozent ein.
Andreas Nowak, Area Head of Marketing & Sales Eastern Europe von Panalpina Österreich, erwartet, dass der Air Cargo-Markt „in der ersten Jahreshälfte 2012 leicht um drei bis fünf Prozent schrumpfen wird“ und für das Gesamtjahr eine „schwarz Null“ zu erwarten sei. Während die Frachtraten selbst stabil bleiben, kämpfen die Auftraggeber immer mehr mit Zuschlägen verschiedenster Provenienz. Aufpreise für Sicherheitsleistungen und Treibstoffkosten stellen dabei bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten einer Luftfracht dar. Sie sind 2011 in der Hauptsache für die Steigerung um 23 Prozent verantwortlich. Ein hoher Ölpreis schlägt sich über den „Fuel Charge“ unmittelbar in den Luftfrachtkosten nieder. Straßenfrächter können davon nur träumen.
Die großen Logistikunternehmen setzen aber weiterhin auf die Luftbranche. Panalpina ist soeben dabei, zwei neue kerosinsparende Frachtflugzeuge vom Typ Boeing 747-8F in Dienst zu stellen. Auch der neue UPS-TNT-Konzern hat angekündigt, das Air Cargo-Geschäft weiter zu forcieren. Logistiker gehen davon aus, dass rasche Lieferzeiten und spontaner Transport stets ihre gut bepreiste Nachfrage haben werden. Manche Marktgesetzte halten. Josef Ruhaltinger
























