12.04.2010 13:51

Gebäudetechnik

Facility Management: Großflächiger Gewinn

Hohe Betriebskosten für Büro- und Fabrikgebäude sind kein unabwendbares Übel. Fünf Unternehmen beweisen, daß sich in kühl- und heizkostensparende Investitonen rechnen.

Land der Berge, Land der Passivhäuser: nirgends auf der Welt werden derart viele Wohnhäuser nach energieeffizienten Richtlinien gebaut wie in Österreich. Im privaten Bereich entspricht schon jeder vierte Neubau den heimischen Passivhausstandards. Bei den Unternehmen schreitet die Entwicklung allerdings deutlich langsamer voran. Gemessen am gesamten Bauaufkommen bei Passivhäusern nimmt der Teilbereich Büro- und Gewerbebau lediglich 7,5 Prozent ein. Dabei gibt es, dies- und jenseits von Standards und Richtlinien, eine ganze Reihe von Hebeln, die sich bei Büro- und Fabrikgebäuden ansetzen lassen. Von der Fensterklebefolie bis zur neugebauten Konzern-Kleinstadt hat das Industriemagazin nach Beispielen Ausschau gehalten, wie sich bei Heizung, Klimatisierung und Beleuchtung Energie – und damit bares Geld sparen lässt.

Effizient beklebt.

Spricht man von Bürogebäuden, meint man heute meist Glastempel. Schließlich wünschen sich Unternehmen in ihren Neubauten lichtdurchflutete Räume und eine ansprechende Architektur. Als unerwünschte Konsequenz holen sie sich damit aber auch den Treibhauseffekt ins Büro: Glas lässt Sonnenlicht ins Haus, die Wärme speichert sich in den Räumlichkeiten und es muss teuer klimatisiert werden. Um hier gegenzusteuern hat man sich bei der Strabag-Konzernzentrale in Wien für ein ebenso einfaches wie innovatives System entschieden. Luxasolar-Klebefolien, eine belgische Entwicklung, wurden auf der Innenseite aller Fenster angebracht. Diese mit Edelmetallteilchen durchsetzten Folien halten im Sommer einen Großteil der Wärme- und UV-Strahlung draußen und helfen im Winter, Raumwärme im Gebäude zu behalten. Das alles funktioniert ohne eine Beeinträchtigung der Lichtdurchlässigkeit. Zu den weiteren Kunden, welche die Energieeffizienz ihrer Gebäude mit den Folien verbessert haben, sind das Österreichische Staatsarchiv, aber etwa auch das Europäische Parlament in Brüssel.

Umfassend ausgebaut.
Während sich die Klebefolien beliebig nachrüsten lassen und das Anbringen mit keinen baulichen Tätigkeiten verbunden ist, können neue Technologien und damit einhergehende Einsparungen natürlich am besten im Rahmen großer Bauprojekte realisieirt werden. Fronius baut seit dem Jahr 2007 das 12 000 Quadratmeter große Areal an der Welser Buxbaumstraße mit seinen historischen Industriebacksteinbauten um und aus. Vertriebsmitarbeiter der Sparten Batterieladesysteme und Schweißtechnik haben vor kurzem bereits ihr neues Büro bezogen. Beim Backsteingebäude wurde die Dachkonstruktion mit einer modernen Wärmedämmung versehen und eine 12 cm dicke Innenwanddämmung aus Zelluslose angebracht. Passivhaus-Fenster, eine Lüftungsanlage mit effizienter Wärmegrückgewinnung und eine temperaturdifferenz-gesteuerte natürliche Nachtkühlung drücken den jährlichen Energiebedarf auf 24 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Dank Stromerzeugung durch Solarkollektoren gewinnt der Gebäudekomplex insgesamt mehr Energie als er verbraucht.

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