14.08.2012 10:19
Halbjahreszahlen
Semperit: Weniger Gewinn, stabiler Umsatz
Ebit-Minus von 10,3 Prozent auf 37,5 Millionen Euro, aber dritthöchster Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte.
Der börsenotierte Kunststoff- und Kautschukproduktehersteller Semperit AG Holding hat im 1. Halbjahr 2012 zwar seinen Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 0,9 Prozent auf 409,8 Millionen Euro gesteigert und dabei im 2. Quartal mit mehr als 200 Millionen Euro den dritthöchsten Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte erzielt. Das Betriebsergebnis (Ebit) sank im Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr aber wegen "konjunktureller Rahmenbedingungen" um 10,3 Prozent auf 37,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank in den ersten 6 Monaten 2012 um 4,3 Prozent auf 53,9 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag ad hoc mit.
Der Periodenüberschuss (Gewinn) sank von 25,5 Millionen Euro zum 1. Halbjahr 2011 um 6,6 Prozent auf 23,9 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2012. Daraus resultierte ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 1,16 Euro nach 1,24 Euro in der Vergleichsperiode des Vorjahres - ebenso um 6,6 Prozent geringer.
Umfeld bleibt schwierig
Für das weitere heurige Jahr rechnet der Konzern mit keiner Verbesserung der Rahmenbedingungen. Eine "positive Dynamik der makroökonomischen Parameter" wird erst für 2013 gesehen. Das Umfeld bleibe konjunkturell schwierig, eine rasche Belebung der Nachfrage werde nicht erwartet - "lediglich die Fortsetzung des bestehenden Auftragsniveaus des 1. Halbjahres 2012".
Die Eigenkapitalquote belief sich zum 30. Juni auf überdurchschnittliche 59 Prozent. Die Eigenkapitalrentabilität lag hochgerechnet auf das Gesamtjahr mit 12,4 Prozent aber leicht unter dem 1. Halbjahr 2011, als dieser Wert 15 Prozent betragen hatte. Die liquiden Mittel beliefen sich zum 30. Juni auf 110,7 Millionen Euro.
An Investitionen flossen im Vergleich zum 1. Halbjahr 2012 mit 16,7 Millionen Euro um 5,9 Millionen Euro weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dafür seien eine Verbesserung des Cash Flow aus der Betriebstätigkeit und ein Rückgang bei den Investitionen in Sachanlagen maßgeblich gewesen.
Analysten hatten mit einem einprozentigen Umsatzanstieg auf 409,1 Millionen Euro gerechnet und mit einem Minus von 7 Prozent beim Ebitda. Beim Ebit hatten die Experten ein Minus von 12 Prozent auf 36,7 Millionen Euro erwartet.
Laut der Semperit Gruppe war der Geschäftsverlauf im 1. Halbjahr 2012 von weltweiten konjunkturellen Schwächetendenzen in vielen Absatzmärkten geprägt. Diese hätten auf der Kundenseite schwierig prognostizierbare Nachfrageschwankungen ausgelöst. Gleichzeitig entwickelten sich die Rohstoffpreise volatil.
Preiseffekte heben Umsatz
Die positive Umsatzentwicklung resultierte aus Preiseffekten, die Rohstoffpreise lagen im Vergleich zur Vorjahresperiode höher. Ein Mengenwachstum wurde im Segment Sempermed mit Operations- und Untersuchungshandschuhen erzielt.
Der Ergebnisbeitrag des Segments Sempermed war laut Unternehmen aber gering: Bedingt durch eine verschärfte Wettbewerbssituation, eine unterdurchschnittliche Auslastung der Kapazitäten zu Jahresstart und höhere Energiekosten wegen starker Regenfälle in Thailand im 1. Quartal 2012. Auch fielen Mehraufwendungen für die Anlaufphase eines neuen Werks in Thailand an. Im 2. Quartal stiegen die Kapazitätsauslastung und auch der Ergebnisbeitrag der Sempermed deutlich, so das Unternehmen.
Grundsätzlich halte man am mehrjährigen Wachstumsziel fest: Im Schnitt soll bis 2015 (seit 2010) ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielt und gleichzeitig eine Ebit-Marge von rund 10 Prozent realisiert werden. Zum Halbjahr heuer belief sich diese auf 9,2 Prozent - rein auf das 2. Quartal berechnet auf 10,1 Prozent. (APA)
























