20.04.2010 11:39

Hannover Messe

Vulkanasche: Flugverbote treffen Hannover Messe empfindlich

Die Flugverbote nach dem Vulkanausbruch auf Island haben auch die Hannover Messe (19. bis 23. April) massiv getroffen. Rund zehn Prozent der über 4.800 Aussteller aus 64 Ländern schafften es nicht, rechtzeitig zur weltgrößten Industrieschau zu kommen. Auch die weltgrößte Baumaschinenmesse Bauma in München hatte ähnliche Probleme.

Die Messe-Gesellschaft in Hannover schickte Busse los, um die Teilnehmer abzuholen. Sogar bis nach Istanbul fuhren drei Reisebusse. Auch aus Mailand reisten Teilnehmer per Bus an, aus Spanien kamen rund 16 Aussteller in einem Autokorso nach Hannover. Wie sich die weltweiten Flugverkehrsbeschränkungen auf den Messebesuch auswirkten, sei in konkreten Zahlen kaum zu beziffern, hieß es bei der Messegesellschaft. Erfahrungsgemäß kämen rund 15 Prozent mit dem Flugzeug, sagte ein Sprecher. Doch darin sind auch innerdeutsche Flüge enthalten.

"Ein echter Verlust"

Der Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI, Friedhelm Loh, rechnete mit einem massiven Rückgang der ausländischen Besucher, vor allem aus Übersee. "Jeder, der nicht hierherkommen kann, ist ein echter Verlust", sagte Loh. Die deutsche Industrie ist stark exportabhängig, ausländische Kunden sind daher besonders wichtig.

Messe "verlängern"

Unterdessen schlug der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Ulrich Blum, wegen der Flugausfälle in Europa eine Verlängerung der Hannover Messe vor. Weil das Fachpublikum auf der Messe ausbleibe, hinterlasse der Vulkanausbruch schon jetzt Spuren in den Auftragsbüchern der für den Aufschwung so entscheidenden Investitionsgüterindustrie, sagte er in einem vorab veröffentlichten Beitrag der Zeitschrift "Super Illu". (APA/red)

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