28.01.2011 09:00

Industrieautomation

ABB: Baldur-Übernahme auf Schiene

ABB verbuchte dank der Erholung seiner Industriekunden im Schlussquartal einen Gewinnschub. Sowohl das Nettoergebnis als auch der operative Gewinn (Ebit) hätten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum eine zweistellige Wachstumsrate verzeichnet, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Umsatz sei im einstelligen Prozentbereich gewachsen. Konkrete Zahlen wollen die Schweizer Mitte Februar vorlegen.

Allerdings wird das Betriebsergebnis von Rückstellungen über 120 Mio. Dollar (88,3 Mio. Euro) belastet. Der Großteil davon entfällt auf ein missratenes Unterseekabel-Projekt, für das ABB bereits früher schon einmal Vorsorgen treffen musste. Wie erwartet, habe die Industrie in den meisten Weltregionen ihr Wachstum verstärkt, hieß es. Die Bestellungen von Automatisierungs- und Energietechnik nähmen zu. Zudem habe ABB zuletzt eine große Zahl von Aufträgen für Energie-Infrastruktur aus Europa und dem Nahen Osten an Land gezogen. Im Vorjahresquartal war das ABB-Ergebnis noch von der Wirtschaftskrise gezeichnet. Seinerzeit erwirtschaftete ABB einen Überschuss von 540 Mio. Dollar. Auch die deutsche Siemens und die amerikanische General Electric hatten zuletzt stark von der Orderflut aus der Industrie profitiert.

Baldor-Übernahme läuft

Für 2011 bekräftigte Vorstandschef Joe Hogan seine vage Prognose, wonach sein Haus vom weiterem Aufschwung im Geschäft mit Automatisierungstechnik und Energieausrüstung profitieren werde. In der zweiten Jahreshälfte würden Energieerzeuger zudem wieder vermehrt Stromübertragungstechnik ordern. Unterdessen erhielt ABB nach Ablauf der Angebotsfrist eine große Mehrheit an dem US-Industrietechnikspezialisten Baldor. Den Schweizern seien knapp 90 Prozent der Baldor-Anteile angedient worden, hieß es am Dienstag. ABB hatte im Zuge des Kaufangebots eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln an dem US-Industrietechnikspezialisten angestrebt. ABB kündigte an, die verbleibenden Baldor-Anteilsscheine für je 63,50 Dollar aufzukaufen und die Firma von der New Yorker Börse zu nehmen. Mit der 4,2 Mrd. Dollar (3,1 Mrd. Euro) schweren Akquisition wollen die Eidgenossen ihre Marktmacht in den Vereinigten Staaten im Ringen mit den angestammten Rivalen GE und Siemens ausbauen. (APA/red)

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