30.12.2010 12:17

Industriekonjunktur

Einkaufsmanagerindex: Vertrauen in Erholung

Dank starkem Auftragswachstum und einer kräftigen Produktionsausweitung zum Jahresausklang kletterte der Bank-Austria-Einkaufsmanagerindex im Dezember auf den höchsten Wert seit Sommer. Das Lagermanagement und ein starker Beschäftigungsaufbau weisen auf zunehmendes Vertrauen in eine stabile Erholung hin, erklärte der Chefökonom der Bank, Stefan Bruckbauer, am Donnerstag. Kommendes Jahr werde die heimische Industrie die Hälfte des österreichischen Wirtschaftswachstums tragen, das die Bank-Austria-Experten 2011 bei real 2 Prozent sehen.

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© APA

Dank starkem Auftragswachstum und einer kräftigen Produktionsausweitung zum Jahresausklang kletterte der Bank-Austria-Einkaufsmanagerindex im Dezember auf den höchsten Wert seit Sommer.

Mit 59,3 Punkten erreichte der Index der Neuaufträge im Dezember den höchsten Wert seit Juni und einen der bisher höchsten gemessen Werte überhaupt. Dafür sind laut Bank Austria die besonders stark gestiegenen Bestellungen aus dem Ausland verantwortlich. Die anhaltend günstige Industriekonjunktur in Deutschland verschaffe den heimischen Zulieferern besonders stark wachsende Auftragseingänge, sodass die Produktion auch im Dezember kräftig zugelegt habe. "Seit mittlerweile 18 Monaten fährt die heimische Industrie ihre Produktionsleistung ohne Unterbrechung hoch", so Bruckbauer.

Erfreuliche Lagerstände

Bereits seit Anfang 2010 haben die Auftragspolster stetig zugekommen - im Dezember hat sich der Anstieg aber noch massiv erhöht. Die Lager und auch der Personalstand würden derzeit gezielt aufgebaut, sagt Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl in einer Aussendung. Im Dezember habe sich die Einkaufsmenge mit der bisher zweithöchsten Steigerungsrate seit Beginn der Index-Berechnung vor 12 Jahren ausgeweitet. Die Beschäftigung sei in diesem Monat mit der zweithöchsten Rate seit Umfragebeginn gewachsen: Knapp 18 Prozent der befragten Betriebe hätten Neueinstellungen vorgenommen und nur rund 5 Prozent Personal abgebaut. Wegen teurerer Vor- und Rohmaterialien legten im Dezember die Einkaufspreise drastisch zu - dies konnten die Produzenten wegen der mittlerweile ausreichend starken Nachfrage zumindest teilweise an die Kunden weitergeben. Ein Ende der seit fast eineinhalb Jahren bestehenden Verschlechterung der Preisrelation für die heimische Industrie sei aber weiter nicht in Sicht, so Pudschedl.

Heimische Industrie: Comeback

2011 werde die heimische Industrie wieder die treibende Kraft der konjunkturellen Erholung in Österreich sein, sagt Bruckbauer. Obwohl dieser Sektor nur für rund 20 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung verantwortlich sei, werde die Industrie dank der überdurchschnittlich hohen Wachstumsdynamik etwa die Hälfte des BIP-Anstiegs bestreiten können. 2010 habe die heimische Industrie im Schlepptau der deutschen Wirtschaft die globale Erholung für ein "eindrucksvolles Comeback" nach dem drastischen Einbruch von 2009 nutzen können. 2010 werde die Produktionsleistung der Verarbeitenden Industrie real um 6,5 Prozent wachsen; damit bestehe nach dem Einbruch von über 12 Prozent im Jahr 2009 aber noch immer ein Aufholpotenzial von fast 7 Prozentpunkten, um wieder zu alter Stärke aufzuschließen. (APA/red)

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