01.10.2010 09:24
Insolvenzen
Lederfabrik Vogl ist pleite
Über die Lederfabrik Vogl wurde das Konkursverfahren eröffnet. Die Passiva des Mattighofener Autozulieferers betragen 15,4 Millionen Euro, davon sind Verbindlichkeiten in Höhe von 12,9 Millionen nicht durch Absonderungsrechte gedeckt. Der 160-Mann-Betrieb konnte massive Preissteigerungen für Rohhäute nicht ausreichend auf Kunden abwälzen, hieß es in Aussendungen des Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV.
Den Passiva stehen Aktiva von 970.000 Euro gegenüber. 160 Mitarbeiter und 190 Gläubiger sind betroffen. Das Unternehmen liefert hochwertiges Leder für Sitze, Lenkräder und sonstige lederüberzogene Teile in der Kraftfahrzeugindustrie. Ein Teil der Vorproduktion findet in den Schwestergesellschaften in Tirol und der Steiermark statt. Hauptkunden sind Porsche, BMW und der VW-Erstausrüster TRW. Das Unternehmen sieht sich als Opfer der Krise. Im Jahr 2009 seien die Umsätze von 25,5 Mio. im Jahr davor auf 22 Mio. Euro zurückgegangen.
Kunden fiel aus
Wurde 2008 noch ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 1,3 Mio. Euro erwirtschaftet, fiel es im Jahr 2009 auf ein Minus von 919.000 Euro, hieß es in dem Bericht des KSV. Zuletzt habe ein wesentlicher Kunde keine Leistungen mehr abgerufen, damit konnten die laufenden Verbindlichkeiten nicht mehr ausreichend beglichen werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber den 190 Lieferanten liegen laut AKV bei rund 5,8 Mio. Euro.
Sanierer am Wort
Die eingesetzte Unternehmens- und Sanierungsberatung kam zum Schluss, dass ein Insolvenzverfahren mit Eigenverwaltung nicht zu realisieren sei. Deshalb wurde ein Konzept erstellt, dass die Unternehmensfortführung nach Konkurseröffnung ermöglichen soll. Geplant sei, unter Mithilfe einer Auffanggesellschaft und einer Finanzierungsvereinbarung mit drei Hauptkunden den kostendeckenden Fortbetrieb in Verbindung mit einer adäquaten Quote für die Insolvenzgläubiger zu ermöglichen. Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 24. November 2010 anmelden, berichtete der KSV. (APA/red)
























