25.06.2012 05:30
Interview
„Der Schuldenschnitt hätte früher kommen müssen“
Der neue RLB-Oberösterreich-Chef Heinrich Schaller über Veränderungen in Linz, die schwieriger werdende Unternehmensfinanzierung und Pleitekandidaten in der Eurozone.
Industriemagazin: Herr Schaller, Sie sind nach fast fünf Jahren an der Wiener Börse wieder zur Raiffeisen Landesbank zurückgekehrt. War Ihre Rückkehr vorprogrammiert?
Heinrich Schaller: Überhaupt nicht. Mein Abschied aus Oberösterreich im Jahr 2006 fiel mir nicht leicht, erfolgte aber völlig ohne Hintergedanken.
Sie beerben mit Ludwig Scharinger eine der schillerndsten und erfolgreichsten Persönlichkeiten der österreichischen Bankenszene. Werden Sie das Institut nach seinem Vorbild weiterführen?
Schaller: An der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung wird sich nicht viel ändern. Wir werden ein kundennahes und regional fokussiertes Finanzierungsinstitut bleiben. Adaptierungen werden wir jedoch in organisatorischen Fragen wie etwa der Struktur unserer Beteiligungen vornehmen.
Das heißt Sie werden Ihr üppiges Beteiligungsportfolio zurückfahren?
Schaller: Nicht zwangsläufig. Unser primäres Ziel ist eine organisatorische Vereinfachung bzw. eine Straffung. Bei dieser Gelegenheit werden wir natürlich auch eine Rentabilitätsprüfung durchführen, woraus das Abstoßen der einen oder anderen Beteiligung resultieren könnte. Umgekehrt stehen wir interessanten Zukäufen weiterhin offen gegenüber.
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