07.09.2011 08:41
"Keine Strohfirma"
A-Tec Deal: Kovats verkauft an Contor
Jetzt ist es fix: Wie Industriemagazin berichtete, wird der angeschlagene Maschinen- und Motorenbaukonzern A-Tec Industries an die Contor Industrie GmbH gehen. Die im Juli von Langzeit-Kovats-Assistenten Thomas Schätti gegründete Firma wird, wie heute bekannt wurde, die Filetstücke des Unternehmens - die Montanwerke Brixlegg sowie den Motorenbauer ATB - an ausländische Investoren weiterreichen. Damit soll die Finanzierung der Konkursquote von rund 200 Millionen Euro sichergestellt werden. Laut Kovats handle es sich bei dieser Lösung "nicht um eine Strohfirma". Von Rudolf Loidl
Mit der Contor Industries GmbH übernimmt, INDUSTRIEMAGAZIN berichtete, ein einheimischer Investor den österreichischen Sanierungsfall. Der Mischkonzern nehme das Angebot der Contor Industries GmbH an, teilte das Wiener Unternehmen am Montag mit. Damit könnten die Gläubiger wie im Sanierungsplan vorgesehen mit einer Rückzahlung von 47 Prozent ihres Geldes rechnen, hieß es.
Die erst im Juli von Langzeit-Kovats-Assistenten Thomas Schätti gegründete Contor Industries, die ihren Sitz an der gleichen Adresse wie A-Tec hat, reicht zugleich die Filetstücke des schwer angeschlagenen Technikkonzerns weiter. Die Motorentochter ATB Austria Antriebstechnik gehe an die chinesische Wolong, die Minerals & Metals Holding - in der vor allem die Aktivitäten der höchst Werthaltigen Montanwerke Brixlegg gebündelt sind - gehen an den US-Finanzinvestor Solstice International Investments. Das Kraftwerk Voitsberg, das Kovats vor mehr als zehn Jahren erworben hat, kaufe der arabische Investor PalmSquare International.
Damit dürfte der bis Ende September zu erlegende Betrag von rund 200 Millionen Euro - die Konkursquote aus der A-Tec Insolvenz - finanziert sein. Experten rechnen gegenüber INDUSTRIEMAGAZIN mit einem Erlös von rund 100 Millionen Euro für die ATB und einer sogar noch höheren Summe für Brixlegg.
Wolong, so heisst es, biete eine Brückenfinanzierung. Die Kaufpreise müssten bis Ende des Monats dem Treuhänder überwiesen werden. Die Angebote seien mit den Banken und Kreditversicherern erörtert und deren Wünschen angepasst worden, teilte das Unternehmen weiter mit.
Bei der Verkaufslösung mit Contor handle es sich laut A-Tec-Eigentümer Mirko Kovats "nicht um eine Strohfirma", wie er gegenüber Reuters am Montagmorgen mitteilte. Der "selbständigen Berater" Thomas Schätti hätte das Unternehmen gegründet, er sei nicht mehr bei A-Tec beschäftigt. Langjährige Weggefährten Kovats verweisen jedoch auf den Fakt, dass Schätti zumindest bis Ende August ein Büro in der Wiener Wächtergasse, den Räumlichkeiten der A-Tec Industries hatte. Zudem sitzt der langjährige persönliche Assistent Kovats' im Verwaltungsrat der ATB-Tochter Lindeteves-Jacoberg.
Die slowakisch-tschechische Finanzgruppe Penta, die ebenfalls im Rennen um den Kauf der A-Tec war und mit der Kovats sich vergangene Woche noch einen heftigen Schlagabtausch geliefert hat, kündigte derweil an, rechtliche Schritte zu prüfen.
























