21.05.2012 05:55
Konjunkturcheck
Metall- und Maschinenbau: Von wegen Rotstift!
Das prognostizierte „Nullwachstum“ im Metall- und Maschinenbau ist abgesagt: Die Branche freut sich über das Ende der „Minikrise“ – und wagt sich in neue Märkte.
Aus dem Archiv
Eigentlich könnte Gerhard Meisl große Töne spucken. Doch der Vertriebschef beim Salzburger Maschinenbauer Emco bleibt lieber am Boden – trotz des Vertragsabschlusses in seiner Tasche. In Algerien zog der Maschinenbauer aus Hallein einen Auftrag über die Auslieferung von mehr als 1000 Ausbildungsmaschinen an Land.
Gemessen an der Maschinenzahl der größte Auftrag der Firmengeschichte. Doch der Salzburger Betrieb, den Mirko Kovats lange als Geldautomaten sah, scheint gerüstet: Schrittweise verabschiedete sich der Maschinenbauer bei kleineren Maschinen von der Standplatzmontage. Kürzlich lief auch beim kleinsten Maschinentyp die Fließfertigung an. Gerade rechtzeitig, um neue Märkte in Russland, China und Brasilien aufzubauen. Und auch für Algerien ist man gewappnet: „Alle sechs Stunden fällt nun eine fertige Maschine vom Band“, betont Meisl.
Deutsche Lok streikt
Schlecht verdienen die Salzburger angeblich nicht an dem Deal. Ein Indiz dafür, dass es im Maschinenbau wieder besser läuft. Das Gefühl hat man auch beim Linzer Komplettbearbeitungsmaschinenbauer WFL. Der überarbeitete eines seiner ältesten Maschinenmodelle – und hat mit der M80 seit 2011 „den bisher größten Baukasten im Sortiment“, erzählt WFL-Experte Dieter Schatzl. Früher als ursprünglich geplant: Wegen gut laufender Geschäfte habe man den Marktstart der Komplettbearbeitungsmaschine von bis zu sechs Meter großen Teilen „um ein Jahr vorverlegt“, heißt es bei den Oberösterreichern.
























