30.03.2012 11:45
Kunststoff-Industrie
Semperit-Chef Fahnemann: "Bei Zukäufen kein Aktionismus"
Semperit geht optimistisch in das heurige Jahr. Im Schnitt soll beim Hersteller von Kunststoff- und Kautschukprodukten bis 2015 jährlich ein zweistelliges Umsatzwachstum erreicht werden. Zukäufe würden geprüft, es gäbe hier aber keinen "Aktionismus", sagte Semperit-Chef Thomas Fahnemann am Donnerstag bei der Bilanz-Pressekonferenz.
Die Semperit-Gruppe mit einem Produktionswerk in Wimpassing steigerte den Umsatz im Vorjahr um 18,9 Prozent auf 820 Millionen Euro, der Jahresüberschuss legte um 19,2 Prozent auf 54,1 Millionen zu.
Ergebnis stabil
Das Betriebsergebnis wuchs minimal auf 83,1 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie konnte Fahnemann von 2,21 auf 2,63 Euro anheben. Die Dividende soll von 1,25 auf 0,80 Euro je Aktie sinken. Der Semperit-Vorstandsvorsitzende begründet den Rückgang mit einem "starken Fokus auf Wachstum". Die "solide Kapitalstruktur" werde beibehalten, das Unternehmen sei de facto vollständig eigenfinanziert. Die Mitarbeiterzahl legte im Vorjahr um 12 Prozent auf 7.833 Beschäftigte zu. In Österreich werkten 702 Personen, davon rund zehn Leiharbeiter.
Zubau in Asien
Die Zentrale in Wien wurde aufgewertet, zugebaut wird aber weiterhin primär in Asien. Das Geschäft in Südosteuropa, Deutschland, Frankreich und den USA laufe weiterhin sehr gut, in China merke man aber bereits die Konjunkturdelle. Gleichzeitig würden die Chinesen die Preise bei Handläufen von Rolltreppen drucken, einem wichtigen Markt von Semperit. Jeder zweite Handlauf weltweit kommt vom Wiener Kunststoffhersteller. Auch in nahezu jedem zweiten Ski und Snowboard finden sich Gummibänder von Semperit. Sehr zufriedenstellend laufe das Geschäft mit medizinischen Handschuhen, hier gäbe es in den Schwellenländern noch einen großen Nachrüstungsbedarf.
Rohstoffpreise besorgniserregend
"Was uns natürlich Sorgen macht, sind die volatilen Rohstoffmärkte", sagte Fahnemann dem INDUSTRIEMAGAZIN. Auf der Bilanz-Pressekonferenz bekräftigte er: Der Preis für Naturkautschuk sei im Jahresdurchschnitt um 30 Prozent gestiegen. Im Vorjahr wurden rund 500 Millionen Euro für den Materialeinsatz verwendet. Die Semperit Gruppe, die nichts mit der Reifenmarke Semperit der deutschen Continental zu tun hat, spürt hier die Konkurrenz durch Reifenhersteller, die ebenfalls Naturkautschuk brauchen. Allerdings seien die Auto-Neuzulassungen in China bereits rückläufig, gab Fahnemann zu bedenken. (APA/red)
























