06.09.2010 11:26

Manager-Autotest

Privattermin: Norbert Haslacher und der BMW 5 Gran Turismo

Eine vergnügliche Ausfahrt mit CSC-Chef Norbert Haslacher, 39, im neuen BMW 5er Gran Turismo 5.30D.

Haslacher
© Helene Waldner

Norbert Haslacher (links im Bild mit IM-Chefredakteur Hans F. Zangerl): „Erstens muss ein Job Spass machen, zweitens muss man etwas verändern können.“

„Der Schuss ist nur ein Teil der Jagd“, sagt Norbert Haslacher, „selbst wenn man keinen Anblick hat, ist die Zeit am Hochsitz ein idealer Ausgleich.“ Hätten wir das geahnt, wir hätten am Morgen einen anderen Autoschlüssel vom Brett genommen. So richtig zur weidmännischen Freizeitgestaltung unseres Autotesters will unser Testwagen nicht passen. Auch der von BMW xDrive genannte Allradantrieb bringt ihn einer Verwendung als Revierfahrzeug kein Stückchen näher.

Ob man den dunkelblauen Gran Turismo nun für elegant oder sportlich hält, ist eine Frage des Blickwinkels. Auf jeden Fall ist der 5er mit seinem fließenden Heck dynamisch, und dieses Attribut kann auch Haslacher niemand absprechen. Der 39jährige hat innerhalb des IT-Dienstleistungsunternehmens CSC schon beachtliche Sprossen auf der Karriereleiter erklommen. Seit Juli 2009 ist Haslacher für die Österreich-Gesellschaft verantwortlich. Er leitete bereits vier Jahre lang das Bankengeschäft von CSC in Deutschland – das ist auch in einem Konzern, der weltweit 95.000 Mitarbeiter beschäftigt, ein nicht übersehbares Geschäftsfeld.

Reisswolf statt Fleischwolf.
Eher zufällig führt uns unser Weg in das Revier, das Haslacher gemeinsam mit zwei weiteren Pächtern bejagt. Die Frage, ob er auch mit seinen Kunden auf die Pirsch geht, findet er eher befremdlich. Nein, Gesellschaftsjäger sei er keiner. Sein Großvater war Metzger, und die Jagd immer schon ein Thema in der Familie. Um ein Haar hätte es auch für Haslacher Fleischwolf statt Reisswolf geheissen. Mit 14 begann er eine Fleischerlehre, die Frau Mama befand schließlich, dass aus Norbert doch etwas anderes werden sollte. Er studierte Immobilienwirtschaft in Deutschland, absolvierte seinen Master in Dänemark, betreute dann für CSC Kunden aus der Immobilienbranche, machte beruflich Station in England und Deutschland. Heute ist er viel unterwegs, und der Kilometerzähler seines Audi A6 Avant ist in steter Rotation. Seine Neigung zu schnellem Gerät versucht er gar nicht erst zu verbergen. „Der liegt der sehr satt auf der Straße“, sagt Haslacher über den BMW, als er auf einer ansteigenden Strecke in Alland das Gas durchdrückt. Den Hinweis, dass sein A6 mit dem Sechszylinder TSFI „schon besser abzieht“, verknüpft er mit der Frage nach der Motorleistung: der Reihensechsylinder schnurrt mit soliden 245 PS dahin. Umgesetzt werden seine 540 Newtonmeter Drehmoment über eine 8-Gang-Automatik auf alle vier Räder. Das Ambiente eines Rolf Benz-Wohnzimmers wirkt ein bisschen dämpfend auf die gefühlten Leistungswerte. 6,9 Sekunden braucht der große Tourist bis er mit 100 km/h dahin gleitet. Das macht auch an der Tankstelle noch Freude. Mit allerhand durststillenden Maßnahmen brachten die Konstrukteure den 2-Tonner auf einen untadeligen Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern.

Lesen Sie auf Seite 2: Haslachers Ansprüche an den Job - und an sein Auto.

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