09.07.2012 06:14
Materialeffizienz
Deutsche Welle
Ökonomen schlagen Alarm: Das Thema Materialeffizienz komme in heimischen KMU nicht hoch. Jetzt soll das deutsche Modell Pate stehen.
Aus dem Archiv
Christian Helmenstein weiß, was Sache ist. Geht es um die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Betriebe, sei die Arbeitsproduktivität „ein Fels in der Brandung“: Nur 17 Prozent der Herstellungskosten eines Produkts entfallen „auf Arbeitskosten“, rechnet der Chefökonom der Industriellenvereinigung vor. Doch darüber kann sich Helmenstein nicht wirklich freuen. Denn die Materialkosten „liegen mit 47 Prozent inzwischen sehr hoch“, sagt der Ökonom.
Auch weil „bisher kaum wirtschaftspolitische Anstrengungen unternommen wurden, dem Thema einen Schub zu geben“, resümiert Helmenstein in seiner Studie, die er für die Fachgruppe Maschinen & Metallwaren der Wirtschaftskammer Niederösterreich erstellt hat. Förderprogramme? Gibt es dutzendweise – für Energieeffizienz. Bei Materialeffizienz sehe es düster aus – nicht nur in Österreich. „Es ist das meistunterschätzte Wettbewerbsthema Europas“, sagt Helmenstein mit beschwörender Miene.
Kritische Metalle: Preisexplosion
Effizienteres Produktdesign, optimale Produktionsabläufe, neue Werkstoffe, besseres Recycling: Für Studienautor Christian Helmenstein wären das die richtigen Antworten auf „teils astronomische Preissteigerungen bei Industriemetallen“. Veit Schmid-Schmidsfelden, Fachgruppenobmann Maschinen & Metallwaren von der Wirtschaftskammer Niederösterreich, ortet ebenfalls raschen Handlungsbedarf. „Wir verlieren jeden Tag an Wettbewerbsfähigkeit“, warnt er. Doch wie soll das Thema hochkommen? Vorbild könnte der Nachbar Deutschland sein. Blickt man über die Grenzen, ist dort zwar auch nicht alles eitel Wonne. Doch man findet sie, die spannenden Projekte. Eine „Verlustquelle“ eines bayrischen Sondermaschinenbauers bestand etwa aus konventionellen Maschinenkonstruktionen und fehlerhaften Stücklisten.























