04.05.2012 12:00
Nahrungsmittelindustrie
Agrana: 65 Millionen Euro für neue Fabrik
Die Agrana errichtet eine neue Weizenstärkefabrik im niederösterreichischen Pischelsdorf. Rund 250.000 Tonnen Weizen sollen hier ab Ende 2013 jährlich verwertet werden.
Der Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana errichtet am Standort der Bioethanolanlage in Pischelsdorf/NÖ eine neue Weizenstärkefabrik. Bei der Grundsteinlegung am Donnerstag wurde die Investition in einer Aussendung mit 65 Millionen Euro beziffert. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2013 vorgesehen.
1/4 Million Tonnen Weizen pro Jahr
In der neuen Anlage sollen aus rund 250.000 Tonnen Weizen jährlich 107.000 Tonnen Weizenstärke und 23.500 Tonnen Weizengluten sowie 55.000 Tonnen Weizenkleie gewonnen werden. Während Weizenstärke überwiegend in technischen Anwendungsbereichen (vor allem in der Papierindustrie) verwendet wird, kommt Weizengluten primär in der Backwarenindustrie oder zur Herstellung von Heimtiernahrung sowie zur Erzeugung von Fischfutter zum Einsatz. Weizenkleie dient als Futtermittel. Mit der Produktion von Weizenstärke erweitere Agrana, bisher auf die Herstellung von Mais- und Kartoffelstärke spezialisiert, ihr Angebot um ein zusätzliches Produkt und runde damit die Palette im Stärkesegment ab, hieß es in der Aussendung.
Vier Produkte aus einem Rohstoff
Durch die enge Integration der Weizenstärkeanlage in die bestehende Bioethanolfabrik soll das eingesetzte Getreide besonders effizient verwertet werden. So werden laut Agrana die bei der Produktion von Weizenstärke und -gluten ungenutzt bleibenden Rohstoffbestandteile in der Bioethanolerzeugung sowie zur Herstellung des hochwertigen, gentechnikfreien Eiweißfuttermittels "ActiProt" verwendet. Gemeinsam mit hochreinem CO2, das der Industriegaskonzern Air Liquide über eine CO2-Rückgewinnungsanlage produziert, sollen künftig in Pischelsdorf aus einem Rohstoff vier hochwertige Produkte hergestellt werden.
Beitrag zur geschlossenen Kreislaufwirtschaft
Agrana setze mit ihrer Weizenstärkeproduktion einen bedeutenden Schritt in Richtung Komplettverwertung der eingesetzten Rohstoffe und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung des Grundgedankens einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft, sagte Vorstandsvorsitzender Johann Marihart bei der Grundsteinlegung für die neue Anlage. (APA/red)
























