10.06.2012 13:55

Nutzfahrzeuge

Transporter: Die Sparbüchsen

Die Devise lautet Wirtschaftlichkeit: Die Hersteller kommen 2012 mit effizienteren Transportern und ersten Strom-Vans auf den Markt.

Wenn der Dieselpreis über die 1,50-Euro-Grenze klettert, ist die Messlatte für jedes neue betrieblich genutzte Fahrzeug klar: Der Spritverbrauch muss runter. Die großen Hersteller setzen im laufenden Jahr alles daran, ihr Sortiment mit neuen, sparsameren Motoren nachzurüsten. Der Trend zur Sparsamkeit ist nicht neu. Die Dringlichkeit schon. Die stark wachsende Klasse der Stadtlieferwagen (Van oder B-Segment) muss heute mit deutlich weniger als 5 Liter Diesel das Auslangen finden, die wirklich sparsamen Motoren in der nächsthöheren Klasse der Transporter bis 3,5 t dürfen nicht mehr als 6 Liter auf 100 km benötigen. Start-&-Stopp-Automatik ist vor allem unter den kleinen Vans bis zu 2,2 t Gesamtgewicht im kommenden Jahr ein nicht mehr wegzudenkendes Feature. Der Verbrauch sinkt dadurch im Stadtverkehr bei kluger Fahrweise um einen Liter.

Vans im Vormarsch


Die kleinen Boten- und Zustellerautos sorgen in diesem Jahr für die stärksten Neuauftritte. Dem europäischen Van-B-Segment wird bis zum Jahr 2015 ein Volumenwachstum von rund 700.000 auf eine Million Einheiten vorausgesagt. Davon will Mercedes seinen Anteil haben: Die Stuttgarter bringen im Herbst den neuen Stadtliefwagen Citan auf den Markt, der die erste Frucht der Kooperation mit Renault-Nissan darstellt. Daimler stopft mit dem Citan eine bislang nicht besetzte Angebotslücke im leichten Transporterbereich. Anders Opel: Die krisengebeutelten Rüsselsheimer bringen bei den Stadttransportern bereits die dritte Generation des Combo auf den Markt, der mit dem baugleichen Fiat Doblo den städtischen Zubringermarkt beackern soll. Und VW stattet seine Transporter sukzessive mit neuer Blue-Motion-Technologie aus, um dem Spardiktat entgegenzukommen.

Strom statt Diesel

Behutsam, aber doch geht es heuer mit dem Thema E-Mobilität am Nutzfahrzeugsektor weiter. Peugeot Österreich lässt den Stromer iOn bei einem heimischen Zulieferer zu einem Stadtlieferwagen mit 215 kg Nutzlast umbauen. Die Lithium-Ionen-Batterie und die Rückgewinnung von Schub- und Bremsenergie versprechen dem kleinen Racker nach EU-Testzyklus eine Reichweite von 150 Kilometern. Der iOn macht gemeinsam mit dem Citroën Berlingo Electrique und dem Renault Kangoo ZE das derzeitige Angebot der Van-Stromer zu einer rein französischen Angelegenheit – und mit Preisen um die 25.000 Euro (ohne Förderungen) zu einer wirtschaftlich darstellbaren Umweltoption für Unternehmer.

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