19.06.2012 16:53

ÖIAG

IV-Chefökonom will mit ÖIAG-Einnahmen Innovations-Finanzierung ankurbeln

Die Einnahmen der Staatsholding ÖIAG in einen Risikofonds fließen zu lassen: Das regte IV-Chefökonom Christian Helmenstein am Montag an. Für die Gesellschaft relevante Innovationen sollten damit finanziert werden. Der Umgang mit der alternden Bevölkerung oder der Erhalt von Mobilität seien Trends, die von einzelnen nicht mehr zu bewältigen sind, erläuterte Helmenstein.

Helmenstein verwies auf Bevölkerungszahlen aus Deutschland: In den nächsten zwölf Jahren werden in Österreichs Nachbarland 12 Mio. Menschen, die derzeit arbeiten, in Pension gehen. Im Gegenzug werden aber nur sieben Millionen Menschen ins arbeitsfähige Alter kommen. "Es gibt damit in den nächsten 12 Jahren in Deutschland fünf Mio. Arbeitsplätze, die nicht von in Deutschland geborenen Menschen besetzt werden können", so Helmenstein. Das werde auch auf Österreich - wo das Problem noch nicht besteht - massiv wirken, denn viele dieser Jobs werden in Bayern und Baden-Württemberg frei. In Österreich liege die Lücke nur bei etwa 60.000 Menschen.

Innovationsparadox


Helmenstein spricht von einem "Innovationsparadox": Gerade aufgrund des technologischen Fortschritts lasse sich viele gute Ideen nur realisieren, wenn sie europaweit umgesetzt werden: Etwa neue Geräte für Smart Metering, also der differenzierten Messung des Stromverbrauchs. Ein Einzelunternehmen könnte zwar eine Idee haben und patentieren lassen - ohne Implementierung sei es aber wertlos. Es müsse ein Weg gefunden werden, wie der Steuerzahler nicht nur das Risiko übernimmt, sondern auch an den Gewinnen teilnehmen kann. Das wäre über einen Risikofonds möglich. Helmenstein verweist darauf, dass es bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) bereits ein mehrere Milliarden schweres Instrument für Risikokapital (Risk Sharing Facility) gebe. (APA/red)

leaderboard,skyscraper,rectangle_300_250,banner_234,banner_468,widget_200_100,widget_200_200
group=10,service_id=1