19.07.2012 06:00

Opel

Köpferollen bei Opel?

Laut "FAZ" will sich der Konzern in der kommenden Zeit von rund 500 Führungskräften trennen. Darunter seien zahlreiche Direktoren und Abteilungsleiter, deren Gehälter sechsstellig seien, berichtet die Zeitung unter Berufung auf zwei Mitglieder des Aufsichtsrates. Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky solle in der jüngsten Sondersitzung des Kontrollgremiums am Dienstag sogar noch weitaus mehr gefordert haben.

Der kriselnde Autohersteller Opel will sich in den kommenden Wochen und Monaten nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe) von 500 Führungskräften trennen. Darunter seien zahlreiche Direktoren und Abteilungsleiter, deren Gehälter sechsstellig seien, berichtete die Zeitung unter Berufung auf zwei Mitglieder des Aufsichtsrates. Das Unternehmen selbst gab dem Blatt zunächst keine Stellungnahme. Den Führungskräften sollen laut Bericht Abfindungsangebote gemacht werden, damit sie formal freiwillig das Unternehmen verlassen.

Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky solle in der jüngsten Sondersitzung des Kontrollgremiums am Dienstag sogar noch weitaus mehr gefordert haben, berichtete die "FAZ": Demnach sollte sich Opel von insgesamt einem Fünftel der Führungskräfte trennen. Das wären nach Girskys Berechnung 2.400, denn von den rund 40.000 Mitarbeitern gelten nach Girskys Definition 12.000 als Führungskräfte, wie die Zeitung schrieb. Nach dieser Definition gelte jeder als Führungskraft, der andere Mitarbeiter leite.


Bei den meisten Unternehmen in der Autoindustrie gibt es laut "FAZ" sechs Führungsebenen. Bei Opel seien es neun. Die 500 Stellen für Führungskräfte, die der neue Interimschef Thomas Sedran nun möglichst schnell abbauen solle, gehören demnach zu den oberen vier Ebenen. Seit 2009 hat Opel 8.000 von 48.000 Arbeitsplätzen abgebaut, die vornehmlich mit einfachen Mitarbeitern besetzt gewesen waren.

Opel hatte den Sanierungsexperten Sedran am Dienstag zum Übergangschef bestellt, am Mittwoch tauschte das Unternehmen die Vorstände für Finanzen und Forschung aus. Sedran sagte der "Mainzer Allgemeinen Zeitung", er werde sich an die mit der Belegschaft getroffenen Vereinbarungen halten. (APA/AFP)

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