11.10.2011 17:30
Paketlogistik
Der große INDUSTRIEMAGAZIN-Test der KEP-Dienste
Ordentliche Kaufleute müssten per Paketdienstleister verschickte Ware eigentlich abschreiben. INDUSTRIEMAGAZIN hat in den vergangenen Wochen 42 idente Pakete mit sechs KEP-Dienstleistern quer durchs Land geschickt. Das Fazit: Zwei Lieferungen kamen beschädigt, eine überhaupt nicht beim Empfänger an. Auch vor gefälschten Empfangsbestätigungen schreckt so mancher Anbieter nicht zurück.
Von persönlicher Zustellung haben Paketzusteller eine offenbar originelle Auffassung. Wer hierzulande ein Päckchen mit Kurier-, Express- und Paketdienstleistern (KEP) verschickt, muss damit rechnen, dass schon die kommentarlose Ablage im Postkasten oder der Hausbriefanlage für persönlich genug gehalten wird. So manches Paket landet, wie INDUSTRIEMAGAZIN-Leser immer wieder berichten, sogar einfach offen vor der Tür unbesetzter Büros. Diebstahlsrisiko inklusive.
Selbst die Empfangsbestätigung muss nach Ansicht einiger Anbieter gar nicht persönlich von Hand geleistet werden. Erfahrungsberichte von Privat- und Firmenkunden über offensichtlich gefälschte Empfangsbestätigungen häufen sich. Dabei ist die Rechtslage klar: Nach dem Postgesetz müssen Dienstleister das Paket bei einem gescheiterten Zustellversuch zumindest sicher hinterlegen – die Türmatte gehört da nicht dazu. Doch die Versprechen der Anbieter gehen ohnehin viel weiter: Die kostspieligen Kurierdienste (die Pakete auch abholen) sichern in ihren AGB explizit die Übergabe des Versandstücks an den Empfänger zu, die weitaus preiswerteren Paketdienste immerhin die persönliche Übergabe an Kollegen, Angehörige oder Nachbarn.
Grobe Zustellmängel.
INDUSTRIEMAGAZIN ist den Beschwerden nachgegangen und versandte in den letzten Wochen 42 identische Testpakete mit zwei teureren Kurierdiensten (persönliche Abholung und persönliche Übergabe an den Empfänger) und vier Paketdiensten (Abgabe, persönlicher Zustellversuch) an Firmen- und Privatadressen im ganzen Bundesgebiet. Das Ergebnis war ernüchternd: Bei jeder sechsten Lieferung gab es grobe Mängel – eine Schadensquote von 15 Prozent. Ein Paket – versandt über den Paketdienstleister GLS – erreichte seinen Empfänger überhaupt nicht. Tatsächlich hat der INDUSTRIEMAGAZIN-Test auch einen Anbieter – den teuersten Kurierdienst, UPS – beim Türken einer Empfangsbestätigung ertappt. Einzig bei der Schnelligkeit erfüllten die meisten Anbieter ihre – allerdings vorsichtig definierten – Versprechen.
Fortsetzung auf Seite 2: Die Ergebnisse im Überblick.

























