22.07.2012 13:49
Pharmaindustrie
Fresenius: Großübernahme
Mit der Akquisition der US-Firma Fenwal, die Geräte zur Gewinnung und Verarbeitung von Blut produziert, steigt die Fresenius-Tochter Kabi zum weltweit größten Anbieter von Blut-Transfusionstechnik auf.
Kurz nach dem zunächst gescheiterten Kauf von Rhön Klinikum schiebt der Gesundheitskonzern Fresenius eine Großübernahme in den USA an. Mit der Akquisition der US-Firma Fenwal, die Geräte zur Gewinnung und Verarbeitung von Blut für Blutbanken und Krankenhäuser produziert, steigt die Fresenius-Tochter Kabi zum weltweit größten Anbieter von Blut-Transfusionstechnik auf. Der Kaufpreis liegt zwei Insidern zufolge einschließlich Schulden bei rund 1,1 Milliarden Dollar (902 Millionen Euro) . Verkäufer sind die Finanzinvestoren TPG und Maverick Capital, wie Fresenius am Freitagabend mitteilte.
"Einmalige Chance"
"Mit der Akquisition von Fenwal nutzen wir eine einmalige Chance, unser Geschäft im Bereich der Medizintechnik und Transfusionstechnologie erheblich auszubauen", erklärte Fresenius-Chef Ulf Schneider. Mit dem Kauf verbreitere Fresenius Kabi seinen Zugang zum nordamerikanischen Markt. Dort habe die Fresenius-Tochter, die auf intravenös zu verabreichende Generika spezialisiert ist, medizintechnische Produkte bisher nicht angeboten. Mit Fenwal kommt Kabi künftig im Geschäft mit Blut-Transfusionstechnik auf einen Weltmarktanteil von 32 Prozent.
Fenwal erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 614 Millionen Dollar. Dabei erzielte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 90 Millionen Dollar. Fresenius geht davon aus, die Übernahme bis zum Jahresende unter Dach und Fach zu bringen. Das US-Unternehmen hat etwa 4.900 Beschäftigte, es besitzt weltweit fünf Produktionsstätten und ein Forschungszentrum. Kabi kam 2011 auf einen Umsatz von 3,96 Milliarden Euro.
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