13.06.2012 07:44
Pharmaindustrie
Fresenius denkt an Biogenerika
Der Gesundheitskonzern überlegt den Einstieg in das Geschäft mit Kopien biotechnologischer Medikamente. Auch andere Hersteller stehen in den Startlöchern.
Der Gesundheitskonzern Fresenius liebäugelt mit dem Einstieg in den wachsenden Markt für Kopien biotechnologischer Medikamente. Konzernchef Ulf Schneider machte am Dienstag allerdings deutlich, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis das Firmenkonglomerat aus dem hessischen Bad Homburg endgültig über den kostspieligen Eintritt in den Zukunftsmarkt entscheiden wird. "Wir glauben, wir haben noch etwas Zeit, uns den Bereich anzusehen, eine gute Strategie zu entwerfen und sie dann umzusetzen", sagte Schneider nach Angaben des Konzerns bei einer Präsentation vor Investoren.
Viele offene Fragen
Im Gegensatz zu Europa gebe es im weltgrößten Gesundheitsmarkt USA noch viele offene Fragen über die Zulassung biotechnologischer Generika ("Biosimilars") und deren Klärung werde vermutlich noch einige Quartale dauern, sagte Schneider. Da derzeit zahlreiche chemisch hergestellte Mittel ihren Patenschutz verlieren, die vergleichsweise einfach nachzumachen sind, sieht Schneider zudem keinen Zeitdruck, in den neuen Markt einzusteigen. "Die spannendste Zeit für Biosimiliars beginnt nach 2015", betonte er. "Wie immer bei großen Investitionen ist es nicht so wichtig, der erste zu sein, sondern das Richtige zu tun."
Herstellung kompliziert und teuer
Im Gegensatz zu klassischen, chemisch hergestellten Arzneimittel können Biotech-Präparate nicht völlig identisch nachgebaut werden. Die Herstellung und die Zulassung für "Biosimilars" ist somit wesentlich komplizierter und mit höheren Entwicklungskosten verbunden. Auf der anderen Seite verspricht der Markt für diese Mittel rasantes Wachstum, da in den kommenden zehn Jahren Schätzungen zufolge Biotech-Präparate mit einem weltweiten Umsatzvolumen von mehr als 90 Milliarden Euro ihren Patentschutz verlieren.
Zahlreiche Medikamentenhersteller rund um den Globus und große Pharmakonzerne wie Pfizer oder Merck & Co stehen deshalb in den Startlöchern, um sich eine gute Ausgangsposition in dem Zukunftsmarkt zu sichern. Auch der Darmstädter Pharmakonzern Merck hatte kürzlich angekündigt, zusammen mit dem indischen Generikahersteller Dr. Reddy's an der Entwicklung von Biogenerika zu arbeiten. (APA/Reuters)
























