03.03.2010 14:45

SIEMENS

"Nur sehr, sehr langsam"

Nach dem Einbruch des Anlagen- und Automatisierungsgeschäftes sieht Siemens-Vorstand Kurt Hofstädter, 50, nur schleppende Erholung. Jetzt sollen ganze Werke seiner Kunden auf Contracting-Basis umgerüstet werden.

Karl Hofstädter
© Helene Waldner

Siemens-Vorstand Kurt Hofstädter: „Unsere Schlankheitskur war in Zeiten der Hochkonjunktur hart, aber dafür sind wir jetzt gut aufgestellt“

 

Herr Hofstädter, Teile des von Ihnen verantworteten Sektors Industry wie etwa der  Automatisierungsbereich sind im Vorjahr stark eingebrochen. Wie läuft das Geschäft mit der Industrie jetzt?
Kurt Hofstädter: Seit Juli geht es mehr oder weniger flach dahin. Nicht alle Bereiche waren in gleichem Maß betroffen: im traditionellen Industriemarkt, etwa Metall und Papier hatten wir 40 Prozent Rückgang, in einzelnen Märkten wie der Ukraine sogar um 70 Prozent. Der Bereich Mobility hingegen wuchs, und auch in der Gebäudetechnik sah die Situation besser aus, weil noch viele Bauprojekte fertiggestellt wurden. Wir merken jetzt allerdings, dass es wenig neue Projekte gibt.

Rechnen Sie heuer noch mit Wachstum?

Wir werden langsam wieder wachsen, aber sehr, sehr langsam. Wir haben bei den elektrischen Antrieben für Industrieanlangen, die hier in Österreich produziert werden, eine interessante Beobachtung gemacht: in den letzten drei Jahren vor der Wirtschaftskrise war das Wachstum so groß, wie in den zehn Jahren davor zusammen. Alleine das lässt auf massive Überkapazitäten in der Industrie schließen.

Diese Überkapazität hatte Siemens selbst auch. Ist die Anpassung an einen deutlich kleineren Markt abgeschlossen?
Ja, durchaus. Wir haben uns vor zwei Jahren im Konzern eine Schlankheitskur verordnet. Das war in Zeiten der Hochkonjunktur hart, aber dafür sind wir jetzt gut aufgestellt. Selbst das Ergebnis hat konnten wir fast halten, wir es ist selbst im enorm schwierigen Vorjahr nur um einen Prozentpunkt gesunken. Wir können in unserem Sektor viel damit kompensieren, dass wir unsere Leute dort einsetzen, wo Geschäft besteht.

Ist der Personalabbau in ihrem Sektor abgeschlossen?
Im Sektor Industrie wird es keinen weiteren Mitarbeiter-Abbau in Form eines Programmes geben. Natürlich werden wir da und dort manche Stellen nicht mehr nachbesetzen, aber in größerem Maße ist nichts geplant.

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