22.10.2010 09:28

Semperit

Fahnemann zieht in den Semperit-Vorstand ein

Kurzzeit-RHI-Chef Thomas Fahnemann wird mit Wirkung vom 1. Dezember 2010 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Semperit AG Holding bestellt. Das beschloss der Aufsichtsrat gestern Donnerstag einstimmig. Semperit-Aufsichtsratsvorsitzender Veit Sorger: "Als Unternehmerpersönlichkeit hat sich Fahnemann durch strategisches Geschick, langfristige Ausrichtung und hohe Zuverlässigkeit ausgezeichnet."

RHI Thomas Fahnemann
© APA

Kurzzeit-RHI-Chef Thomas Fahnemann wird mit Wirkung vom 1. Dezember 2010 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Semperit AG Holding bestellt.

Fahnemann war 2003 zum Vorstandsvorsitzenden der Lenzing AG bestellt worden. Während seiner Zeit an der Spitze der oberösterreichischen Firma internationalisierte sich der Faserproduzent u. a. durch neue Standorte in Asien. 2004 gelang Lenzing die Übernahme des großen Mitbewerbers Tencel, der in den USA und Großbritannien Lyocell-Großanlagen betrieb.

RHI-Gastspiel

Zu Beginn 2009 wechselte Fahnemann überraschend an die Spitze des Feuerfestproduzenten RHI, wo er freilich nicht lange blieb: Schon im August 2010 nahm er bei RHI wieder seinen Hut, angeblich aufgrund von Differenzen, die er mit RHI-Kernaktionär Martin Schlaff über die Wachstumsstrategie gehabt haben soll.

Nachfolger für Zellner


Hintergrund der Entscheidung, Fahnemann zum stellvertretenden Semperit-Vorstandsvorsitzenden zu bestellen, ist die Nachfolge für Rainer Zellner vorausschauend zu regeln und neue Impulse für die Semperit AG Holding zu setzen. Zellner hat das Traditionsunternehmen in den 1980er Jahren aus der Krise geführt und zu einem heute international agierenden Konzern ausgebaut.

Erfahrener Mann 

Semperit-Aufsichtsratsvorsitzender Veit Sorger begründete die Wahl Fahnemanns am Donnerstag mit dessen "breiter, internationaler Industrieerfahrung und Kenntnis der Märkte". Auch Langzeit-CEO Rainer Zellner, der Semperit in den Achtzigerjahren saniert hatte, begrüßte das Engagement. Mit der Wahl Fahnemanns "ist gesichert, dass die Erfolgsgeschichte, die Rainer Zellner bei der Semperit geschrieben hat, eine Fortsetzung findet", erklärte Michael Junghans vom Kernaktionär B & C Industrieholding. Der der UniCredit/Bank Austria nahestehenden Gruppe gehört auch die Lenzing.

Die Semperit AG Holding

Als eines der traditionsreichsten Industrieunternehmen Europas reichen die frühen Anfänge der Semperit AG Holding bis ins Jahr 1824 zurück. Heute ist das Unternehmen in den vier Geschäftsbereichen Sempermed (Operations-, Untersuchungs- und Industriehandschuhe), Semperflex (Hydraulik- und Industrieschläuche, Elastomerplatten), Semperform (Bau- und Industrieformteile, Profile, Handläufe und Spezialprodukte), Sempertrans (Förderbänder) tätig. 11 Produktionsstandorte befinden sich in Europa, Asien und Nordamerika. Unter CEO Rainer Zellner wurde 2009 mit 6.649 Mitarbeitern (Durchschnitt 2009) ein Umsatz von 588,1 Mio. EUR erwirtschaftet. Mehrheitseigentümer und langfristiger Kernaktionär ist die B & C Industrieholding mit 54,18 Prozent (11.145.917 Aktien). Die übrigen Anteile sind im Streubesitz. Das Unternehmen notiert seit 1890 an der Wiener Börse und ist auch an den deutschen Börsen Frankfurt, Berlin-Bremen und Stuttgart präsent. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 630 Mio. EUR. (APA/red)

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