09.07.2012 10:47
Serie Mobilität der Zukunft
ITS: Hören. Sehen. Fühlen.
Automobilhersteller arbeiten im Car 2 Car Communication Consortium am Cockpit der Zukunft. Ein Blick auf die ersten Resultate.
Unsere Fahrzeuge werden immer intelligenter. Filip Sergeys hat das schon am eigenen Leib erlebt, als er beim Verlassen einer Bahnunterführung im deutschen Offenbach von der tiefstehenden Sonne geblendet wurde, und drohte auf ein anderes Fahrzeug aufzufahren. Aber sein Honda hatte Radar an Bord und erkannte die Gefahr frühzeitig. Zuerst wurde Sergeys mit einem Signalton und einem aufleuchtenden Gefahrenzeichen am Armaturenbrett gewarnt. Unmittelbar danach straffte das Sicherheitssystem die Fahrergurte ein wenig und bremste den Wagen leicht ab. So konnte der Belgier eine Notbremsung einleiten und seinen Wagen gerade noch rechtzeitig zum Stillstand bringen. Die dritte Stufe des Sicherheitsprogramms – starke Straffung der Gurte und automatische Vollbremsung – hat Sergeys nicht erlebt. Zu seinem Glück, denn das passiert erst, wenn ein Unfall unvermeidlich ist.
Bild und Ton
Das Honda-System deutet die breite Palette an Möglichkeiten an, die bei der Gestaltung des HMI, des Human Machine Interface, zum Einsatz kommen können: Akustische Signale, Piktogramme im Armaturenbrett oder am Display, Text, geschrieben oder vom Computer gesprochen sowie haptische Signale, neben dem Bremsen vor allem leichte Vibrationen an Gestühl oder Lenkrad. Ein Fahrzeug hat eben viele Möglichkeiten, sich seinem Besitzer mitzuteilen.
Das HMI wird aber in Zukunft nicht nur Informationen, die aus Sensoren wie Radar oder Kamera gezogen werden, für den Fahrer verständlich darstellen. Zusätzliche Daten aus anderen Fahrzeugen und von den Infrastrukturbetreibern werden das Bild vervollständigen, das der Lenker von der Verkehrssituation hat. Um diesen Datenaustausch zu ermöglichen, wird WLAN, genauer gesagt der speziell für Kraftfahrzeuge entwickelte Übertragungsstandard IEEE 802.11p, genutzt werden. „Unser Ziel ist eine intelligente Infrastruktur, intelligente Straßen, die mit den Fahrzeugen interagieren“, sagt Friedrich Zdarsky, Leiter des Geschäftsbereiches Intelligent Traffic Systems bei Siemens Österreich.
























