12.11.2010 09:51
Siemens
Gewinnsprung macht Siemens angriffslustig
Mit einem Gewinn von gut 4 Milliarden Euro im Rücken will Siemens die Konkurrenz unter Druck setzen. Konzern-Chef Peter Löscher will künftig beim Umsatz stärker wachsen als Rivalen wie GE, Philips oder ABB und ihnen folglich Marktanteile abjagen. "Wir wollen bei den Investoren ein Zeichen setzen. Sie können uns im Vergleich zum Wettbewerb messen", kündigte Löscher am Donnerstag an.
Vor allem die sprudelnden Gewinne aus dem Geschäft mit Energietechnik und die anziehende Nachfrage nach Industrieausrüstung stimmten den seit gut drei Jahren amtierenden Löscher optimistisch. So habe sich etwa der Gewinn der Lichttechnik-Tochter Osram binnen Jahresfrist versechsfacht. "Wir kommen mit vollem Schwung aus der Krise", sagte Löscher. "Das positive Momentum werden wir ins nächste Jahr mitnehmen." Nach einem Gewinnanstieg um fast zwei Drittel auf 4,1 Mrd. Euro stellte Löscher für das gerade begonnene Geschäftsjahr 2010/11 einen Zuwachs des Gewinns aus fortgeführtem Geschäft um 25 bis 35 Prozent auf dann 5,3 bis 5,6 Mrd. Euro in Aussicht. Der Umsatz werde moderat wachsen, der Auftragseingang um fünf bis zehn Prozent zulegen.
Umsatz konstant
Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Umsatz des deutschen Industrieflaggschiffs bei knapp 76 Mrd. Euro nahezu konstant geblieben. Das Volumen der Neuaufträge war binnen Jahresfrist bereits wieder um drei Prozent gestiegen. In seinen drei Kernsegmenten Industrie, Energie und Medizintechnik verdiente Siemens operativ mit 7,8 Mrd. Euro so viel wie nie zuvor. "Der die Erwartungen übertreffende Auftragseingang belegt, dass die Geschäfte auf vollen Touren laufen", erklärte ING-Analyst Axel Funhoff.
Lösung für Problemtochter Nokia
Die Lasten aus dem Randgeschäft schlugen Siemens zwar nach wie vor ins Kontor, doch zumindest für die Problemtochter Nokia Siemens Networks zeichnet sich Lösung ab. Die beiden Eigentümer Nokia und Siemens hätten aus dem Kreis von Interessenten für einen NSN-Anteil einige in die engere Wahl genommen. An zwei bis vier mögliche Bieter würden nun detailliertere Unterlagen über die Netzwerktochter verschickt. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte NSN allein in den Siemens-Büchern einen Fehlbetrag von rund einer halben Milliarde Euro hinterlassen und den Konzern im Vorjahr eine Milliardenabschreibung eingebrockt. (APA/red)
























