13.12.2010 07:04
Stahlerzeugung
US-Stahlmarkt: ThyssenKrupp wirft Anker aus
ThyssenKrupp nimmt den US-Markt stärker ins Visier. In den USA sei der Konzern im Flachstahlbereich bisher kaum vertreten, sagte Vorstandschef Ekkehard Schulz am Freitag bei der Eröffnung eines 5 Milliarden Dollar teuren Stahlwerks in Calvert im Bundesstaat Alabama. "Unser Ziel ist ein Marktanteil von über fünf Prozent." Im Edelstahlbereich wolle ThyssenKrupp in den USA, Kanada und Mexiko den Marktanteil von derzeit gut 15 Prozent ausbauen. ThyssenKrupp hat mit der Anlage in den USA und einem 5 Mrd. Euro teuren Werk in Brasilien die größte Investition seiner Geschichte gestemmt.
Die neuen Anlagen in Nord- und Südamerika standen lange Zeit unter einem ungünstigen Stern. Die Kosten explodierten, der Zeitplan verzögerte sich. Der frühere Stahlchef Karl-Ulrich Köhler musste deswegen seinen Hut nehmen. Der Ende Jänner 2011 scheidende Vorstandschef Schulz hatte seit 2007 die Planungen zum Bau neuer Stahlwerke vorangetrieben. Zuvor hatte ThyssenKrupp im Übernahmekampf um den kanadischen Stahlkonzern Dofasco gegen den später zu ArcelorMittal fusionierten Weltmarktführer den Kürzeren gezogen.
Qualitätsoffensive
ThyssenKrupp hat dies abgehakt und will nun den Konkurrenten in Nordamerika das Leben schwer machen. Der Konzern suche weniger den Wettbewerb durch Preise und Mengen als durch die Qualität, sagte Schulz. Im Südosten der USA seien unter anderem bereits Kunden wie Mercedes, BMW und Volkswagen vertreten. In den USA erzielte der Mischkonzern zuletzt einen Umsatz von knapp 5 Mrd. Euro. Vor allem die Aufzugssparte ist stark vertreten. Die Vereinigten Staaten sind damit vor Italien, Frankreich und China der mit Abstand wichtigste Auslandsmarkt für das Unternehmen. In dem neuen US-Werk verarbeitet ThyssenKrupp auch Vormaterial aus der neuen Anlage in Brasilien. Dort droht derweil Ungemach durch die Behörden. ThyssenKrupp wehrt sich gegen Vorwürfe, in dem Werk gegen Umweltgesetze verstoßen zu haben. Bei der Inbetriebnahme sei es zwar wie üblich zu Staubemissionen gekommen, teilte der Konzern mit. Zu keinem Zeitpunkt sei aber die Gesundheit von Mitarbeitern und Anwohnern gefährdet gewesen. Seit der Inbetriebnahme seien alle Emissionen innerhalb der vorgegebenen Grenzwerte geblieben. (APA/red)
























