10.07.2012 13:14
Stahlindustrie
D: Stahl unter Druck
Vor allem die nachlassende Nachfrage macht den deutschen Stahlkochern zu schaffen. In den schuldengeplagten Staaten Südeuropas ist sie teilweise regelrecht eingebrochen. Einige Hersteller haben bereits Hochöfen heruntergefahren.
Die Stahlindustrie in Deutschland mit Branchengrößen wie ThyssenKrupp und Salzgitter muss sich wegen der Flaute bei den Auftragseingängen wohl von ihren Jahreszielen verabschieden. Die Produktionsprognose sei gefährdet und könne nach der Sommerpause gesenkt werden, teilte die Wirtschaftsvereinigung Stahl am Dienstag in Düsseldorf mit. Die konjunkturellen Unsicherheiten und die Folgen der Euro-Krise machten der Schwerindustrie immer mehr zu schaffen. Im Juni sei die Produktion gegenüber dem Vorjahresmonat um vier Prozent gefallen. Einige Hersteller haben bereits Hochöfen heruntergefahren. ThyssenKrupp prüft Kurzarbeit.
Vor wenigen Wochen hatte sich der Stahlverband noch in Optimismus geübt. Die Lage stabilisiere sich. Viele Kunden hätten nach dem starken Abbau im vierten Quartal 2011 ihre Lager wieder aufgefüllt, erklärte Verbandspräsident Hans Jürgen Kerkhoff Ende April auf der Hannover Messe. Die Auftragseingänge entwickelten sich verhalten, hieß es nun. Im ersten Halbjahr sei die Produktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp sechs Prozent auf 21,9 Millionen Tonnen gefallen. Die Jahresprognose von 44 Millionen Tonnen müsse womöglich nach der Sommerpause gekürzt werden. Nach zwei Wachstumsjahren in Folge hatte sich der Verband bereits auf eine Stagnation eingestellt. 2011 hatten die Hersteller in Deutschland 44,3 Millionen Tonnen produziert.
























