09.04.2010 10:35
Stahlpreis
Rio Tinto zieht nach: Eisenerzpreis nur noch für ein Quartal
Mit der australischen Rio Tinto setzt ein weiterer Mineninhaber den Eisenerz-Preis nur noch quartalsweise fest. Bisher hatte die Branche den Stahlpreis für ihre Kunden für zwölf Monate festgelegt.
Stahlkonzerne als Abnehmer des Erzes hatten bereits bei den Ankündigungen von Vale und BHP vor steigenden Kosten gewarnt. Rio Tinto erklärte am Freitag, das bisherige System der Preisgestaltung könne nur dann bestehen, wenn es die fundamentalen Marktgegebenheiten widerspiegle. Andernfalls müsse des System geändert werden. Bisher hatte die Branche den Stahlpreis für ihre Kunden für zwölf Monate festgelegt. Jetzt sollen die Preise nur noch für drei Monate vereinbart werden. Damit können die Rohstoffkonzerne die Preise künftig an den stark gestiegenen Spotmarktpreisen orientieren.
Goldgräberstimmung.
Auf ebenjenen Spotmärkten herrscht seit Mitte 2009 wieder Goldgräberstimmung, wie sie aus Zeiten vor der Finanzkrise bekannt ist: So hat sich der Preis von Eisenerz in den letzten 12 Monaten glatt verdreifacht, Details siehe Story "Stahlpreis: Jetzt wird's teuer". Kein Wunder also, dass sich die Oligopolisten BHP Billiton, Vale und Rio Tinto dafür stark machen, auch die Stahlvorprodukte am kurzfristigen Marktpreis zu orientieren.
Preiserhöhungen.
Für die Stahlhersteller und damit die Industrie bedeutet dies Preiserhöhungen. "Vierteljahresverträge haben höhere Kosten, starke Preisschwankungen und eine geringere Planungssicherheit nicht nur für die Stahlindustrie, sondern für alle stahlbasierten Wertschöpfungsketten zur Folge", sagt der Präsident der europäischen Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff. In der Branche rechnet man mit Preiserhöhungen von bis zu 90 Prozent. "Die sich daraus ergebende zusätzliche Belastung für die Stahlunternehmen von jährlich rund 4,5 Milliarden Euro alleine in Deutschland kann die Stahlindustrie nicht tragen" sagt Kerkhoff. (Red/APA)
























