21.04.2010 09:51

Stahlpreis

Salzgitter-Chef Leese: Stahl wird empfindlich teurer

Der Stahlkonzern Salzgitter hebt die Stahlpreise an: Nach einer Erhöhung der Spotmarkt-Stahlpreise um bis zu 80 Euro zum zweiten Quartal seien weitere Preisschritte um rund 110 Euro zum dritten Quartal unvermeidbar, sagte Konzernchef Wolfgang Leese am Dienstag am Rande der Hannover Messe. Der Grund: Die Kosten für den Einkauf von Erz, Kohle und Schrott stiegen um rund 190 Euro pro Tonne Stahl.

Auch Gespräche mit Autobauern über kürzere Laufzeiten von Stahl-Lieferverträgen sind in der heißen Phase: "Wir müssen zusammen mit unseren Kunden überlegen, wie wir überleben können." Hintergrund ist, dass die großen Erzminenbetreiber angekündigt haben, von den Einjahresverträgen zu einer quartalsweisen Preisfestsetzung zu wechseln.

Hochofen wird angefahren

Um die gestiegene Nachfrage zu decken, will Salzgitter voraussichtlich im Juli einen im Zuge der Absatzkrise des Vorjahres stillgelegten Hochofen wieder anfahren. Das zu Jahresbeginn registrierte, überraschend hohe Niveau der Auftragseingänge setze sich beim ThyssenKrupp-Rivalen im zweiten Quartal fort, sagte Leese. "Es sieht nicht so aus, als ob eine Abschwächung kommt." Der koreanische Konkurrent Posco hatte kürzlich gewarnt, die Erholung der Branche könne zum Jahresende wegen steigender Kosten und einer weltweit strengere Geldpolitik an Schwung verlieren.

Jahresziele überarbeitet

Salzgitter ließ offen, ob die Jahresziele angesichts der Entwicklung auf den Rohstoffmärkten zu halten sind. "Wir werden die Prognose überarbeiten - aber in welche Richtung, ist noch unklar", sagte Leese. "Die Entwicklung im vierten Quartal wird erst im August absehbar." (APA/red)

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