05.04.2012 10:54
Transport
DHL-Express-Chef Ken Allen schließt große Zukäufe aus: "Schlucke lieber Rasierklingen"
Die Deutsche-Post-Tochter DHL Express hält größere Übernahmen derzeit für eine schlechte Idee. "Ich würde lieber augenblicklich Rasierklingen schlucken, als jetzt irgendwelche größeren Wettbewerber zu übernehmen", sagte DHL-Express-Chef Ken Allen im einem Interview des "Handelsblatts". Sein Unternehmen wolle lieber organisch wachsen.
"Das Express-Geschäft wächst ohnehin deutlich stärker als das weltweite Wirtschaftswachstum", fügte er hinzu. Auf die Frage, ob DHL bei der geplanten Übernahme des niederländischen Rivalen TNT Express durch den US-Giganten UPS eine Zugriffschance verpasst habe, entgegnete der Manager: "Absolut nicht. Es fällt mir auch schwer nachzuvollziehen, weshalb man einen derart großen Geldbetrag - 5,2 Mrd. Euro - in ein Unternehmen investiert, das Verluste schreibt." UPS benötige dafür erhebliche Synergien, die Rede sei von 400 bis 500 Mio. Euro.
Kulturunterschied
Zurückhaltend äußerte sich Allen auch auf die Frage, ob DHL an Geschäften interessiert sei, die die Konkurrenten bei der Transaktion womöglich aus Kartellgründen abstoßen müssen. "Die Frage stellt sich für uns zurzeit nicht." Er habe viele solcher Integrationen erlebt. Diese seien in der Theorie meist einfach. Es müssten aber Mitarbeiter, die stolz auf ihre Firma gewesen seien, beim ehemaligen Wettbewerber untergebracht werden. "Oft passen dann auch die Kulturen und IT-Systeme nicht zueinander."(APA/red)
























