07.05.2012 13:29

Übernahmen

Koenig & Bauer: Akquisition in China geplant

Der deutsche Druckmaschinen-Hersteller will in den chinesischen Massenmarkt einsteigen. Man sehe "gute Möglichkeiten, das chinesische Produkt mit unserem Wissen zu optimieren, ohne es zu einem deutschen High-end-Gerät zu machen".

Claus Bolza-Schünemann
© Koenig & Bauer

CEO Claus Bolza-Schünemann: "Geplant ist, die Mehrheit an einem chinesischen Hersteller für Bogenoffsetmaschinen zu übernehmen."

Der deutsche Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer will in den chinesischen Massenmarkt einsteigen. "Geplant ist, die Mehrheit an einem chinesischen Hersteller für Bogenoffsetmaschinen zu übernehmen", sagte Vorstandschef Claus Bolza-Schünemann der "Financial Times Deutschland" (FTD, Montag). Einen Namen wollte er aber nicht nennen. Noch 2012 solle der Vertrag unter Dach und Fach sein.

"Wir sehen gute Möglichkeiten, das chinesische Produkt mit unserem Wissen zu optimieren, ohne es zu einem deutschen High-end-Gerät zu machen", sagte der Manager auf der Branchenmesse Drupa. Die dort gebauten Maschinen seien für den chinesischen Markt.

Bisher keine eigenen Fabriken

Der weltweit zweitgrößte Druckmaschinenhersteller erzielt zwar in China rund 15 bis 20 Prozent seines Umsatzes, hat dort bisher aber keine eigenen Fabriken. Das Land ist aber mittlerweile der größte Druckmarkt der Welt - und der größte Abnehmer deutscher Druckmaschinen. Auch Branchenprimus Heidelberger Druckmaschinen produziert in China - und zwar Standard-Vierfarbdruckmaschinen für einfache Ansprüche. Für Heideldruck ist China bereits mit 420 Mio. Euro Umsatz der wichtigste Einzelmarkt, noch vor Deutschland.


Wie die gesamte Branche litt Koenig & Bauer zuletzt unter der wachsenden Konkurrenz für Printprodukte durch das Internet und unter der Finanzkrise. Dennoch gelang es dem Unternehmen, die letzten drei Jahre mit einem Gewinn abzuschließen. Dazu trugen entscheidend das Geschäft mit Sondermaschinen bei, etwa für den Banknoten-, Folien-oder Blechdruck, aber auch Einsparungen durch den Abbau von mehr als 2.000 Jobs.

Das neue Jahr ließ sich laut Bolza-Schünemann recht gut an: "Im ersten Quartal liegen wir über Plan." Die Kapazitätsauslastung schwanke je nach Sparte zwischen 70 und 130 Prozent. (APA/dpa/red)

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