02.12.2010 09:59

Umwelt

Vorarlberger stemmen sich gegen Schweizer Atom-Endlager

Das Land Vorarlberg spricht sich weiter vehement gegen ein Atommüll-Endlager in der benachbarten Schweiz aus. Landesrat Erich Schwärzler bekräftigte diese Haltung in einem Schreiben an das Schweizer Bundesamt für Energie in Bern. Bedenken werden etwa wegen des Sicherheitskonzepts und offener technischer Fragen geäußert. Die Methodik der Abfallzuteilung sei in den vorgelegten Berichten nicht nachvollziehbar dargestellt, zudem gebe es ungeklärte Fragen im Bereich des Barriere- und Sicherheitskonzepts.

 
Diesbezüglich bestünden "erhebliche Zweifel in Hinblick auf die Gewährleistung der notwendigen Sicherheit", etwa was die Langzeitstabilität der gelagerten Behälter angehe. Außerdem befand das Land Vorarlberg die Kriterien für die Standortermittlung eines Endlagers für mangelhaft. Abschließend verwies Schwärzler auf die "klare und überzeugte Anti-Atomhaltung Vorarlbergs". Dieser Standpunkt werde von allen im Landtag vertretenen Parteien mitgetragen, betonte er. Die Vorarlberger Landesregierung und der Landtag hatten sich in der Vergangenheit bereits mehrfach gegen die Schweizer Pläne zum Bau neuer AKW und Endlager ausgesprochen.

Sechs mögliche Standorte

Die Schweiz will bis 2030 ein Endlager für schwach und mittel radioaktiven Atommüll und bis 2040 eines für hoch radioaktiven Müll errichten. Sechs mögliche Standorte werden derzeit in mehrjährigen Studien untersucht, ein möglicher Platz könnte Benken im Kanton Zürich unweit von Schaffhausen sein, rund 100 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Voraussichtlich 2011 wird entscheiden, welche Standorte in eine engere Wahl kommen. Bis spätestens 2018 soll die Standortsuche abgeschlossen sein. (APA/red)
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