22.02.2010 10:42

Verbund

Verbund-Chef Anzengruber will Italien-Geschäft ausbauen

Mit seiner italienischen Beteiligung Sorgenia fährt der Verbund einen rigorosen Wachstumskurs - die Kapazität soll auf 5000 Megawatt steigen.

Gas, Wasserkraft, Wind und Solartechnologie: Das italo-österreichische Gemeinschaftsunternehmen Sorgenia, an dem der Verbund einen 45-prozentigen Anteil hält, setzt verstärkt auf Diversifizierung. Im Jänner wurde das Gaskraftwerk im süditalienischen Modugno, unweit der apulischen Hafenstadt Bari, ans Netz gebracht. Zwei weitere Anlagen folgen. Noch vor Ende dieses Jahres soll ein Gaskraftwerk im lombardischen Lodi in Betrieb gehen. Im kommenden Jahr wird eine weitere Anlage in Aprilia südlich von Rom fertig gestellt werden. "Mit Sorgenia wollen wir stark auf den Ausbau und die Optimierung unseres Kraftwerkportfolios setzen. Ziel ist, unsere installierte Kapazität auf 5.000 Megawatt zu erhöhen, was wir voraussichtlich bis Mitte nächsten Jahres schaffen werden", sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber.

Nummer Fünf in Italien

Sorgenia, der inzwischen zu Italiens fünftstärkstem Stromerzeuger aufgerückt ist, beschäftigt derzeit 369 Personen. Die Mitarbeiterzahl wächst mit den neuen Anlagen. Als Erfolgsgeschichte bezeichnet Anzengruber das 1999 gegründete Joint Venture zwischen Verbund und der Mailänder Industriegruppe CIR rund um die Unternehmerfamilie De Benedetti. "Damals wurden die ersten Schritte auf dem liberalisierten Strommarkt unternommen. Italien ist für uns sehr interessant, denn es ist der viertgrößte Strommarkt Europas und stark von Stromimporten abhängig. Verbund hatte die Erfahrung im Bereich Energieerzeugung und CIR war als großes Industrieunternehmen, der richtige Partner mit den notwendigen Kenntnissen des italienischen Markts. Die Symbiose hat funktioniert", meint Anzengruber. Das vor elf Jahren als Energia gegründete Joint Venture wurde 2006 in Sorgenia umgetauft. Die Umbenennung entsprach einer Wende in der Unternehmensstrategie, die jetzt mehr erneuerbare Energien ins Auge fasst. Vier Windparks wurden in den vergangenen Jahren in Italien errichtet.

Ausbau der Sonnenenergie 

Sorgenia setzt außerdem stark auf die Sonnenenergie des Südens. 14 Solaranlagen sind in Süditalien, unter anderem auf Sardinien und Sizilien, in Betrieb. Mit einer gezielten Marketingstrategie und einem effizienten Beratungsservice strebt Sorgenia der Erhöhung seiner Endkundenzahl an. "Derzeit haben wir eine halbe Million Kunden unter Vertrag. Dabei handelt es sich vor allem um Klein- und Mittelunternehmen, aber auch um Privatkunden. Unser Ziel ist, auf eine Million Kunden zu steigen. Das wollen wir mit Investitionen im Werbebereich, Marketing und gutem Service erreichen. Wir beraten die Kunden, wie sie Strom sparen können", erklärt Anzengruber. (APA/red)

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