08.05.2010 17:20
Verbund
Verbund-General Anzengruber: Nehmen und Geben in Frankreich
Der Verbund will Wasserkraftwerke in Frankreich kaufen. Generaldirektor Wolfgang Anzengruber sagte am Freitag, man wolle sich um Lizenzen zu Anlagen von EdF und GdF-Suez bewerben, die neu ausgeschrieben werden.
Zehn Prozent an den 5.000 MW Leistung zu bekommen, wäre für den Verbund interessant, so Anzengruber im Klub der Wirtschaftspublizisten. Auf den Markt kommen sollen Anlagen in den Pyrenäen und den Alpen, aber auch Laufkraftwerke.
Möglicher Rückzug bei Poweo
Bei der verlustträchtigen Frankreich-Beteiligung Poweo überlegt der Verbund, sich auf die Erzeugung zurückzuziehen und sich von hunderttausenden Endkunden zu trennen. Denen muss man wegen verschleppter Liberalisierung den Strom nämlich unter den Kosten verkaufen. Die 46-prozentige Poweo-Beteiligung hat dem Verbund 2009 Verluste von 42 Mio. Euro beschert, von denen 20 Mio. Euro oder knapp die Hälfte auf Bewertungsverluste zurückzuführen sind, erinnerte Anzengruber. Grund für die Probleme, in die der Verbund trotz mittlerweile industrieller Führung mit Poweo geraten sei, sei die um zwei Jahre verschleppte Marktliberalisierung. Deshalb sei Poweo gezwungen, an die rund 450.000 Kunden den Strom zu gedeckelten Preisen abzugeben, "deutlich" - um 15 bis 17 Prozent - unter den eigenen Kosten lägen. Man sei offenbar "zu schnell reingegangen" in den dortigen Endkundenmarkt und habe deshalb "Geld verbrennen" müssen. Nun sei bis Sommer die erwartete Gesetzesnovelle geplant. (APA/red)










